bandXost-Gewinnerin Riana Steinmann: «Ich muss die Chance nutzen»

Die 19-jährige Riana Steinmann hat mit starker Stimme und melancholischen Liedern am bandXost-Final Jury und Publikum begeistert. Zu Besuch bei der 19-Jährigen in ihrem Appenzeller Zuhause.

Sascha Erni
Drucken
Teilen
Riana Steinmann ist musikalisch irgendwo zwischen Jazz und Pop zu Hause – geografisch aber klar in Appenzell. (Bild: Sascha Erni)

Riana Steinmann ist musikalisch irgendwo zwischen Jazz und Pop zu Hause – geografisch aber klar in Appenzell. (Bild: Sascha Erni)

Etwas ausserhalb von Appenzell, mit Blick auf die Alpen und die bekannte Brauerei, lebt Riana Steinmann. Die 19-jährige Sängerin setzte sich Anfang Monat gegen sieben Finalisten des Ostschweizer Nachwuchswettbewerbs «bandXost» durch. Eine Leistung, die sie selbst am meisten überrascht hat. «Ich hörte die anderen Bands während des Soundchecks zum ersten Mal. Danach wurde ich erst richtig nervös!», erzählt sie gut gelaunt.

Ihre Kontrahenten hätten ein «chogehöchs» Niveau gehabt, und sie habe sich gefragt, ob sie überhaupt genug Stimmung in die Grabenhalle bringen könne. Die Bedenken waren unbegründet. Zusammen mit ihrem Bühnenpartner Severin Rusch überzeugte Riana sowohl Publikum als auch Jury und kann sich nun auf die professionelle Produktion ihrer ersten EP freuen. «Das machen wir im Frühling, zeitlich abgestimmt auf die Sommerfestivals», erklärt sie.

Der Vater hat ihr oft vorgesungen

Riana Steinmann lebt seit ihrer Geburt 1999 in Appenzell und hat dort diesen Sommer das Gymnasium abgeschlossen. Während der Schulzeit lernte sie Severin Rusch kennen. Beide belegten sie Musik als Schwerpunktfach, zusammen zu musizieren begannen sie aber erst im letzten Jahr. Zusammen treten sie oft im Dorf auf, nach ihrem Sieg fassen sie nun die erweiterte Ostschweiz ins Auge. Appenzell sei ein toller Ort, und die Leute würden ihre Auftritte schätzen. Aber musikalisch sei das Appenzellerland nicht ihre Heimat.

«Ich habe es nicht so mit der volkstümlichen Musik, Jodelchor und Hackbrett.»

Riana Steinmann singt schon fast das gesamte Leben lang. Ihr Vater hatte ihr oft vorgesungen, das hat sie geprägt. Als sie mit acht oder neun Jahren an einem Konzert der Appenzeller Musikschule Gesangsschülern zuhört, ist sie fasziniert. Die Eltern willigten in Gesangsunterricht ein. Der erste Song, den sie einüben will, ist von Peter Reber. Später wendet sie sich dem Jazz zu. Sie spielt Saxofon, Klavier und Gitarre. Lange Zeit tritt sie solo auf. Seit einiger Zeit begleitet sie Severin an Perkussionsinstrumenten.

Eine grössere Formation könne sie sich gut vorstellen, das erste Album wolle sie auf alle Fälle nicht nur zu zweit einspielen. «Ich hätte gerne einen Boden für meine Musik», sagt sie, «mit einem Kontrabass, das wäre cool.» Musikalisch festlegen mag sich die Appenzellerin nicht. Pop? Jazz? Sie lacht. «Ich weiss es nicht, und es ist auch nicht so wichtig.» Von ihren musikalischen Vorbildern würde die französische Jazz-Sängerin Zaz der Sache recht nahe kommen. Tatsächlich spielen Improvisation bei ihren Auftritten eine wichtige Rolle, und auch harmonisch orientieren sich ihre Songs vorwiegend an Jazz-Akkordfolgen.

«Ich hätte gerne einen Boden für meine Musik», sagt sie, «mit einem Kontrabass, das wäre cool.» Musikalisch festlegen mag sich die Appenzellerin nicht. Pop? Jazz? Sie lacht. «Ich weiss es nicht, und es ist auch nicht so wichtig.» Von ihren musikalischen Vorbildern würde die französische Jazz-Sängerin Zaz der Sache recht nahe kommen. Tatsächlich spielen Improvisation bei ihren Auftritten eine wichtige Rolle, und auch harmonisch orientieren sich ihre Songs vorwiegend an Jazz-Akkordfolgen.

Wie geht es mittelfristig weiter? Die 19-Jährige nimmt sich zur Zeit ein Zwischenjahr vor dem Studium. Arbeitet und macht natürlich vor allem Musik. Auch der Sport darf dabei nicht zu kurz kommen, und ihr Freundeskreis sei ihr unheimlich wichtig.

Ausbildung zur Lehrerin als sicheren Wert

Auf eine rein musikalische Profikarriere versteifen wird sich die 19-jährige nicht. Nach dem Zwischenjahr will sie die Ausbildung zur Primarschullehrerin angehen. «Ich möchte neben der Musik ein zweites Standbein, und der Lehrerberuf sagt mir wirklich zu», sagt sie. Riana Steinmann wird das Schreiben, Singen, die Musikproduktion und die Auftritte parallel zum Studium führen, zur Not auch auf Kosten der Studiendauer.

«Ich habe mit dem Sieg beim bandXost diese Chance erhalten. Also muss ich sie jetzt auch nutzen.»