Ausverkaufte Konzerte am St.Galler Kulturfestival

ST.GALLEN. Das 7. Kulturfestival St.Gallen bietet wiederum einige Glanzpunkte. Am Dienstag ist das Festival im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums mit Pauken und Trompeten und einem fulminanten Duell zweier grosser Balkan-Brass-Bands in die zweite Woche gestartet.

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Das Konzert der Band Junip war ausverkauft. (Bild: Keystone)

Das Konzert der Band Junip war ausverkauft. (Bild: Keystone)

Die Mischung aus Elektro, World Music, Singer/Songwriter und regionalen Bands habe sich bewährt, sagte Philip Stuber vom Kulturfestival St.Gallen am Mittwoch. In der ersten Woche kamen durchschnittlich 300 Personen an die Konzerte, ausserdem wurden noch nie so viele Festivalpässe verkauft.

Das Konzert der schwedischen Folkgruppe Junip vom vergangenen Mittwoch war ausverkauft. Auch für den «Balkan Brass Battle» vom Dienstag gab es bereits Stunden vor Konzertbeginn keine Tickets mehr.

«Es gab Tränen vor dem Eingang», sagte Stuber. Die Fans waren von weit her angereist, um die beiden bekanntesten Gypsy Brass Bands aus Rumänien und Serbien mitzuerleben. «Wir mussten sogar Leute aus Bern und Lausanne abweisen, weil im Innenhof kein Platz mehr war», sagte Stuber.

200 Beats pro Minute
Auch das Wetter spielte mit. Nach dem kurzen Regen vor dem Konzert folgte das Soundgewitter auf der Bühne im überdachten Innenhof: Mehr als 200 Beats pro Minute sind nicht aussergewöhnlich für die rumänische Roma-Blaskapelle Fanfare Ciocrlia, die als erste loslegte.

Ursprünglich war die Gruppe eine traditionelle Dorfkapelle, die Balkan Brass im Stil der Roma spielte. Seit ihrer Entdeckung durch den Berliner Toningenieur Henry Ernst 1996 bespielen die zwölf Musiker nun die Bühnen auf der ganzen Welt.

Nicht nur Fanfare Ciocrlia eilt der Ruf der schnellsten Blaskapelle der Welt voraus - das serbische Boban & Marko Markovic Orkestar nimmt diesen Titel zurecht auch für sich in Anspruch.

Mit rasanten Rhythmen, wuchtigen Bläsersätze, treibenden Paukenschläge und traditionellen Gesängen zogen die Serben das Publikum in ihren Sog. Das Orchester lieferte auch schon den Soundtrack zu Filmen von Emir Kusturica.

Noten sind den Musikern fremd - die Kunst des Musizierens wird seit ewigen Zeiten vom Vater zum Sohn weitergegeben. Der Wettstreit der Blechbläser ging Unentschieden aus.

Lieder zum Feiern und Tanzen
Zum Schluss standen beide Bands vereint auf der Bühne und lieferten ein furioses Finale. Mit der Energie einer Rockband und der Leidenschaft der Roma-Kultur spielten sich die 27 Musiker durch die Musikgeschichte: Das Publikum tanzte zu Blues-, Soul- und Pop- Klassikern genauso wie zum Soundtrack eines James-Bond-Films und dem hebräischen Volkslied «Hava Nagila».

Das Festival geht noch bis zum 23. Juli weiter. Stuber verspricht weitere Highlights: Er schwärmt vom samtigen Soul der britischen Sängerin Andreya Triana (15. Juli) und dem lyrischen Folk des chinesischen Musikers Mamer (20. Juli). Den Abschluss macht das Pullup Orchestra. Die HipHop-Jazz-Brassband tauft am Kulturfestival St.Gallen ihr neues Album «Rawberry». (sda)