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AUSSTELLUNG: Mit den Augen des Abel Auer

Die Steckborner Galerie Kirchgasse zeigt mit dem Stuttgarter Abel Auer einen Künstler, der in seinen Bildern einen eigenen Kosmos erschafft – einen verspielten und fantasievollen.
Dieter Langhart
Abel Auer in der Galerie Kirchgasse: links «Third Eye», rechts «Nuages», «Sturmaugen» und «Popel». (Bilder: Dieter Langhart)

Abel Auer in der Galerie Kirchgasse: links «Third Eye», rechts «Nuages», «Sturmaugen» und «Popel». (Bilder: Dieter Langhart)

Dieter Langhart

Die Galerie Kirchgasse hat zwei ihrer kürzlich gezeigten Künstler weitergereicht: Manor-Preis­träger Cédric Eisenring ans Aargauer Kunsthaus und Philipp Schwalb ans Kunsthaus Langenthal. Erich Hausammann ist stolz, wie seine Galerie, die er vor eineinhalb Jahren eröffnet hat, im In- und Ausland wahrgenommen wird, wie sich Museumsdirektoren und Kuratoren am Untersee umsehen.

Ähnlich vernetzt sind manchmal auch Künstler. Eisenring hat an Hausammanns erster Ausstellung teilgenommen, ebenso der Kölner Kai Althoff, der vor zwölf Jahren die Akademie Isotrop in Hamburg mitgegründet hat. Zu dieser losen Künstlergruppe gehörten auch André Butzer und Abel Auer – Butzer war, Auer ist an der Kirchgasse zu sehen.

Bilder voller Symbole und Anspielungen

Der 1974 in München geborene Abel Auer lebt in Stuttgart – daran klingt der Titel eines seiner zwei technisch brillanten Aquarelle in Steckborn an: «Jeder hat sein Päckle zu tragen» zeigt eine nackte, gebeugte Figur, die am Stock durch einen Bach watet, eine wuchtige Tasche auf dem Rücken; dahinter eine Landschaft, im Himmel eine blutrote Sonne. Auer malt Menschen wie den «Propheteus» oder den «Alchemist», und Auer malt Landschaften, die auf den ersten Blick nicht minder skurril wirken. Er will Begriffe wie Schönheit oder Transzendenz jenseits der Postmoderne neu definieren und schlägt so «eine Brücke zwischen dem 19. Jahrhundert und der Gegenwart», wie Hausammann sagt. Er stellt Auers «Wolkenbilder» erstmals zusammenhängend aus, in denen der Künstler – wie damals die Symbolisten – hinter die Realität blickt und gemalte Träume ausbreitet.

Ein schönes Beispiel dafür ist «Third Eye», eine farbenfrohe, verspielte Landschaft, aus der ein riesiges Auge blickt, aus der Vulkane ragen und Blumen ranken. Wie die Augen sind die Ketten ein wiederkehrendes Motiv bei Abel Auer – sie symbolisieren die verrinnende Zeit. Warme und kühle Farben wechseln sich ab, bisweilen blitzt Perlmuttfarbe hervor, und Auer bemalt selbst die Rahmenkanten.

Eine eigene Welt und eine scheinbare Projektion

Perspektiven und Grössenverhältnisse sind – wie bei Kinderbuchillustrationen – ausser Kraft gesetzt, das Surreale, Fantastische und Metaphorische ist allgegenwärtig: Abel Auers eigener Kosmos, Mal für Mal neu erschaffen und erzählt. Der Künstler arbeitet konzentriert, präzise, ­alles ist bewusst gesetzt. Seine komplexen Bilder strahlen etwas Melancholisches, fast Introvertiertes aus.

Der zweite Galerieraum ist verdunkelt, ein Beamer ist auf die Wand gerichtet und scheint ein Bild zu projizieren – dabei wirft er Licht auf das hängende Bild. Musik ab Band ergänzt die Installation «The Rising Son». Eine vergleichbare Arbeit hat Abel Auer vor einem halben Jahr in Reading gezeigt. Er hat seit 1996 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen bestritten, und mit seiner Landschaftsmalerei war er 2007 im MoMA in New York zu sehen.

«Schatten meiner Selbst»

Galerie Kirchgasse, Steckborn; bis 29.3. Do/Fr 11–18, Sa 10–17 Uhr

kirchgasse.com

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