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AUSSTELLUNG: Mao, Mangos und Madonnen

Im Architekturforum Ostschweiz zeigt die St. Galler Künstlerin Marlies Pekarek ältere und neuere Arbeiten.
Brigitte.schmid@tagblatt.ch
Marlies Pekarek inmitten ihrer «Glanzbilder». (Bild: Benjamin Manser)

Marlies Pekarek inmitten ihrer «Glanzbilder». (Bild: Benjamin Manser)

Kein Duftspray. Das ist es nicht. Doch vom Stand der Mangos – wir sind nicht auf dem Wochenmarkt – strömt ein ganz dezenter Geruch eines Körperpflegeprodukts aus. Und es ist beides, Parfum und Gegenstand, welche die Kunst von Marlies Pekarek in dieser Ausstellung in eine Form giessen und uns als Publikum ins Boudoir der Verführungen locken. Blau- bis rotschimmernd die Attribute religiöser Andenkenskultur. In transparentem Orange gehalten die süssen in Schaumgumminetze verpackten Früchte angelehnt an den Mango-Hype in China in den 1960er- Jahren sowie an eine frühere ­Arbeit von ihr. Wie eine Reliquie liegt sie dem Marktstand gegenüber unter einer Glashaube. Eine Kultattrappe, wie Pekarek sie liebt und dabei aus einem unerschöpflichen Fundus der Anbetung schöpft.

Ein Sammelsurium von Kultgegenständen

Wo der Name Marlies P. auftaucht, sind die Madonnen nicht weit. Sie sind zu ihrem künstle­rischen Dauerthema geworden und halten auch im Architekturforum die segnende Hand über ältere und neuere Arbeiten. Doch auch, wenn es zünftig nach Seife riecht, weil vieles aus Seife ist, ist das, was Marlies Pekarek seit Jahrzehnten macht, keineswegs Schaumschlägerei. Sie hat nach Werkatelieraufenthalten in Rom und Kairo das Thema der Devotionalien ausgebaut. Schön verzahnt ist das in der aktuellen Austellung mit einer Installation. Frei im Raum hängen Bogen von ­historisch-romantischen Leb­kuchenbildern mit Tieren und Blumenkindern. Dahinter an der Wand spiegeln wir uns – je nach Grösse – auf Augenhöhe in den durch Burkas verhüllten Frauengesichtern. Das Wiederholungsraster der filigran gestanzten Motive erzeugt einen Rückspuleffekt im Hirn – zu Rollenbildern und Bilderrollen. Die Künstlerin spricht von der aktuellen Schau im Sinne eines Work in Progress. Viele der gezeigten Readymades, der grossflächigen Collagen und Objekte sind für sie nicht abgeschlossene Serien, sondern werden, neuen Kontexten zugeordnet, in den Lauf von Weltenglanz und Kunst einfliessen.

Brigitte Schmid-Gugler

brigitte.schmid@tagblatt.ch

«Glanzbilder», Architekturforum Ostschweiz, Davidstrasse 40, St. Gallen, bis 11.3.

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