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AUSSTELLUNG: Die Herrin der Tangram-Welt

Almira Medaric schafft eine eigene Welt aus Linien, Formen, Objekten. Dafür erhält sie den Adolf-Dietrich-Förderpreis mit einer Ausstellung im Kunstraum Kreuzlingen.
Dieter Langhart
«Ich interpretiere die Welt neu»: Almira Medaric vor einer Objektgruppe im Kunstraum Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

«Ich interpretiere die Welt neu»: Almira Medaric vor einer Objektgruppe im Kunstraum Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Ideal ist der grosse, weisse Kunstraum Kreuzlingen. Wie eine Hülle umgibt er den Raum, den Almira Medaric mit ihrer Kunst sucht: einen Raum, in dem man leben könnte. Hier ist ein Tisch mit Designerstühlen, da stehen ein Paravent und ein Bett, dort hängen Bilder an der Wand. Aber halt – hier ist auch ein niediriger Tisch, gemustert wie ein Parkett, unter ihm liegt ein Teppich. Und drüben hängt ein Objekt, das fast die Form von Supermans Em-blem hat – in Blau auf Holz, nicht in Rot auf Gelb.

Stimmt etwas nicht in dieser gebauten Alltagsumgebung? Keineswegs. Die Künstlerin nennt sie einen «idealen Raum», und Kurator Richard Tisserand ergänzt: «Almira Medaric sucht einen Raum, in dem man leben könnte.» Dafür hat sie den siebzehnten Adolf-Dietrich-Förderpreis der Thurgauischen Kunstgesellschaft erhalten.

Aus der Geometrie Objekte erschaffen

Dieser Raum, den Almira Medaric dem Kunstraum einschreibt, ist voller Linien und geometrischer Formen. Sie will die Grenzen zwischen Design, Mode und Kunst verschwinden lassen, aber nicht zügellos, wahllos, sondern nach Regeln, die sie sich selber gibt. Oder sich teils geben lässt von Freunden, wie für die «Personal Boxes». Sie bilden eine Art Alphabet: Buchstaben aus Holz, Körper aus Senkrechten, Waagrechten und 45-Grad-Winkeln.

Die Künstlerin hält dieses Gestaltungsprinzip in «Zig Zag» konsequent durch, variiert es dutzendfach, selbst ihre Schuhe ordnen sich ihm unter. «Ich sehe überall geometrische Formen und Linien», sagt Almira Medaric. Die Geometrie ist ihr Medium, um Objekte zu erschaffen. Stets sind sie der Realität nahe, doch Reduktion, Abstraktion und eine gewisse Ironie entziehen Tisch, Bett, Raumteiler der Wirklichkeit. Die Architektur darf diese Grenze nicht überschreiten, die Kunst schon, sie darf die Funktion ad absurdum führen wie in der Arbeit «Tangram».

Wonder Woman und ­Tangram-Formen

Die 25-Jährige wurde in Bosnien geboren, floh mit ihrer Familie vor dem Krieg, wuchs in Yverdon auf. Ihre Tante ist Künstlerin, ihr Vater Bauarbeiter – von ihm hat sie die Lust am Handwerk. Sie studierte in Basel bildende Kunst und ihre Master-Mentorin Renée Levy spricht an der Vernissage.

Almira Medaric liebt Comics und Science-Fiction-Filme, davon zeugen die verfremdeten Embleme von Wonder Woman oder Batman. Sie liebt auch vergangene Zeichensprachen, wie die einzige Gruppe von Zeichnungen belegt. Sie lässt sich von Design, Mode, Populärkulturen inspirieren, ein wenig von der konkreten Kunst. «Ich interpretiere die Welt neu», sagt sie. Almira Medaric hat bereits eine eigene, räumliche Bildsprache mit einem klaren Wortschatz gefunden. Das Objekt ist ihr wichtiger als das Ornamentale, das nur die Oberfläche darstellt. Und stets bildet das Holz eine eigene Farbe. Eine warme Farbe.

Vernissage und Preisverleihung: Sa, 18.11., 17 Uhr, Bodanstrasse 7a, Kreuzlingen; bis 15.1. Fr 15–20, Sa/So 13–17 Uhr. almiramedaric.com

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