AUSGEZEICHNET: Zeichen des Zusammenhalts

Der 22-jährige Schauspieler Simon Keller hat am Samstag den vierten Wanderpreis von Kultur Toggenburg erhalten. Die Auszeichnung bestätigt ihn darin, mit seinem Schaffen auf einem guten Weg zu sein.

Anina Rütsche
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Engagiert und energiegeladen: Simon Keller ist Schauspieler, Autor und Regisseur. (Bild: Hanspeter Schiess)

Engagiert und energiegeladen: Simon Keller ist Schauspieler, Autor und Regisseur. (Bild: Hanspeter Schiess)

Anina Rütsche

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Lange hat Simon Keller darauf hingearbeitet, um das zu sein, was er schon immer sein wollte: Schauspieler. Auf der Bühne zu stehen, das mache ihn unglaublich glücklich, sagt der Toggenburger, denn er liebe es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Ebenfalls gefreut hat sich der 22-Jährige am vergangenen Samstag in Wattwil, als er ausnahmsweise nicht im Rahmen eines Theaterstücks, sondern bei einer Preisverleihung mit Applaus bedacht wurde. Simon Keller ist nämlich der bereits vierte Kunstschaffende, der mit dem Wanderpreis des Vereins Kultur Toggenburg ausgezeichnet wurde. Mit diesem jährlich verliehenen Preis möchte Kultur Toggenburg ein Zeichen setzen: Er ist eine Auszeichnung für Einzelpersonen oder Gruppen, die Bewegung ins regionale Kulturleben brachten und weiterhin bringen. Dotiert ist der Wanderpreis mit 5000 Franken. Auch umfasst er eine Feier und natürlich die Trophäe, einen Wanderstock. Dazu kommt eine weitere Eigenheit: Der oder die Geehrte darf bestimmen, wer den Preis im darauffolgenden Jahr erhält. Damit der Wanderstock tatsächlich wandert, muss er jeweils in eine andere Ge­meinde und Kunstsparte weitergereicht werden – so die Regeln des Vereins.

Vom Laien zum Profi

Nach der Tänzerin und Choreografin Evelyn Rigotti (2014), nach Peter Thum, Maler und Restaurator (2015), nach dem Musiker und Komponisten Philipp Kamm (2016) nun also der bisher Jüngste, Simon Keller. Seit seiner Kindheit im Toggenburger Dorf Hemberg weiss er, dass es ihn auf die Bühne und vor die Kamera zieht. Und nicht nur das: Simon Keller ist auch Autor, Produzent und Regisseur. Gelernt hat er ursprünglich Automatiker, seit einem halben Jahr aber verbringt er seine Tage in der Schauspielausbildung an der European Film Actor School (Efas) in Zürich. «Früher habe ich viel Theater gemacht, nun lerne ich ein neues Genre kennen, in dem man viel kleiner und subtiler spielen muss.»

Die Auszeichnung von Kultur Toggenburg kommt für Simon Keller zu einem idealen Zeitpunkt. Er sagt: «Sie zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg in Richtung Professionalität bin. Als Laie möchte ich nicht mehr wahrgenommen werden, auch wenn ich in dieser Sparte angefangen habe.» Das Preisgeld werde er in sein Studium und weitere Vor­haben investieren, verrät Simon Keller. Um dies zu unterstreichen, zählt er sogleich seine neusten Projekte auf: Derzeit ist er als ­Regieassistent bei «Aristoteles’ Schädelbrummen» von David Castillo tätig – aufgeführt wird das Stück im Mai im Theater 111 in St. Gallen. Im kommenden November wird er Ensemblemitglied bei der Zürcher Märchenbühne unter der Leitung von Erich Vock und Hubert Spiess. Und auf 2018 hat Simon Keller seine nächste Eigenproduktion geplant, ein Theaterstück zum Thema Social Media.

Weiterhin mit der Heimat verbunden bleiben

Auch wenn Simon Keller aufgrund beruflicher Veränderungen mittlerweile nicht mehr im Toggenburg, sondern in Uzwil wohnt, bleibt er mit seiner Heimat verbunden. «Der Preis trägt entscheidend dazu bei», sagt der junge Mann. Er schätze ihn vor allem, weil er von Leuten komme, die selbst im Kulturbereich tätig seien. «Diese Verleihung ist für mich ein Zeichen unseres Zusammenhalts», erklärt Simon Keller. «Und das ist ganz in meinem ­Sinne. Ich möchte, dass wir Künstler aus dem Toggenburg vermehrt zusammenarbeiten. Konkurrenzdenken hingegen ist gar nicht mein Ding.»

simon-keller.ch kulturtoggenburg.ch