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Der Bühnenbildner des See-Burgtheaters: «Aus Brooklyn am Meer wurde Kreuzlingen am See»

Imposant und drehbar war das Hausboot, das Bühnenbild zu «Arsen und Spitzenhäubchen» am See-Burgtheater Kreuzlingen. Gebaut hat es Gregor Sturm. Wer wollte, konnte es nach der Derniere kaufen.
Dieter Langhart
Produzent, Schauspielerin und Bühnenbildner für «Arsen und Spitzenhäubchen»: Leopold Huber, Astrid Keller und Gregor Sturm vom See-Burgtheater Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Produzent, Schauspielerin und Bühnenbildner für «Arsen und Spitzenhäubchen»: Leopold Huber, Astrid Keller und Gregor Sturm vom See-Burgtheater Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Wer hatte die Idee zu diesem Bühnenbild?

Gregor Sturm: Ich.

Wer gab es in Auftrag?

Die Regie, wie das üblich ist. Annette Pullen wollte keinen Innenraum, sondern ein Objekt, das zum See passt, das den Bodensee als Handlungsort einbezieht: Aus Brooklyn wird Kreuzlingen. Ich kenne die Mississippi-Dampfer der 40er-Jahre.

Wie sind Sie vorgegangen?

Ich entwarf ein erstes Modell mit drei Stockwerken, doch das war zu hoch. Wichtig war mir, dass die Bühne drehbar ist und gleichzeitig leicht und stabil. Und sicher für die Spieler.

Eine technische Herausforderung ...

Die Schlosser und Schreiner der Firma Raschle sagten, das gleiche dem Bau eines Einfamilienhauses. Ich kann das sehr wohl einschätzen, bin ursprünglich Architekt. Raschle dachte sich den Drehmechanismus aus.

Wie haben die Schauspieler darauf reagiert?

Sie waren sehr angetan, turnten rauf und runter – eine sportliche Leistung.

Echos aus dem Publikum?

Oh ja. Das klang etwa so: «Toll! So etwas haben wir noch nie gesehen!»

Wie ein Hausboot auf dem Mississippi. (Bild: Mario Gaccioli)

Wie ein Hausboot auf dem Mississippi. (Bild: Mario Gaccioli)

Ihre erste Zusammenarbeit mit Annette Pullen?

Ich habe schon zwei, drei Mal für sie gearbeitet, zuletzt für Dürrenmatts «Physiker» am Theater Heidelberg. Und ich habe auch für andere Regisseure Freilichtbühnen gebaut.

Nennen Sie uns ein Beispiel?

Als Graz 2003 Kulturhauptstadt war, baute ich den Uhrturm nach, das Wahrzeichen der Stadt auf dem Schlossberg – für einen Baugrosshändler.

Wer hatte die Idee, das Bühnenbild zu verkaufen?

Leopold Huber.

Wissen Sie, warum?

Das müssen Sie ihn fragen.

Warum also?

Leopold Huber: Wir wollten es verkaufen, weil es so toll ausschaut. Gegen die Abholkosten.

Wollten?

Wir haben auf fundus.net und bei der Schweizerischen Operettenvereinigung inseriert.

Und?

Das Bühnenbild war wohl zu gross und mit sechs Tonnen zu schwer, die Aktion zu kurzfristig. Niemand hat sich gemeldet.

Was passiert jetzt?

Wir bauen es gerade ab, dann wird alles abtransportiert. Wir können es ja nicht einlagern.

Was bleibt?

Die Erinnerung und die Bilder. So ist das Theater: Es bleibt in Erinnerung. Dann kommt etwas Neues.

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