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Auktion bei Widmer mit Rekordpreis

410 000 Franken für Augusto Giacomettis Stillleben, so viel wurde in St. Gallen noch nie für ein Bild geboten. Hans Widmer wertet seine jüngste Auktion als grossen Erfolg, fanden doch über 90 Prozent des Angebots einen Käufer.
Verkauft: Katze von Hans Krüsi. (Bild: pd)

Verkauft: Katze von Hans Krüsi. (Bild: pd)

Giacometti (410 000 Franken), Adolf Dietrich (170 000), Ferdinand Hodler (89 000) – bei der jüngsten Auktion wurde bei Hans Widmer kräftig geboten. Giacomettis Früchteschale erreicht das Zehnfache des Ausrufpreises, Dietrichs Jagdstillleben mehr als das Dreifache, und auch Hodlers kleinformatiger Stier vor dem Thunersee überstieg die Erwartungen.

Hoch kletterte das Gefecht der Bieter zudem bei Carigiets Bergbauernidyllen, die zwischen 40 000 und 75 000 Franken erreichten, wobei das am tiefsten ausgerufene Werk (30 000) den höchsten Preis erzielte.

Schätz- und Liebhaberpreise

Das sei allgemein ein Phänomen, sagt Hans Widmer: Oft sei es ein günstiger Ausrufpreis, der die Käufer anziehe, während der Auktion aber nicht mehr von der Angel lasse.

Ähnlich steigerte sich Hans Zellers Bild eines markanten Appenzeller Bauers auf 45 000 Franken (ausgerufen für 18 000). Es gilt aber auch das Umgekehrte: Wenn ein Bild bei einer Auktion zu hoch ausgerufen wird, besteht die Gefahr, dass es sitzenbleibt. Das war bei Carl Roeschs «Rheinlandschaft» der Fall, für das der Einlieferer mindestens 11 000 Franken wollte, aber keinen Bieter fand. Widmer hätte es um einen Viertel tiefer angesetzt.

Wie gut er den Marktwert einzuschätzen weiss, zeigen die vielen Bilder, die zwischen dem unteren und höheren Schätzpreis einen Käufer fanden.

Neue Käufer für Liner

Als sicherer Wert erwiesen sich einmal mehr Werke von Carl Walter Liner, der mit einem Bild vom Fählensee (21 000) und einer spätwinterlichen Alpenlandschaft (20 000) ebenfalls die Erwartungen übertraf.

Bei den Liner- Bildern fällt Hans Widmer auf, dass sich unter den Käufern bereits eine neue, jüngere Generation eingestellt hat. Stattlich auch der Preis für Hans Krüsis grossformatigen Alpaufzug, für den 19 000 Franken geboten wurden.

Regional verankert

Bedeutsam ist bei den Auktionen Widmers, dass hier regionale Kunst umgesetzt werden kann.

Bilder von Herzig, Cunz, Hug, Oertli, Burger haben wohl nur in einem Auktionshaus eine Chance, das in der Ostschweiz angesiedelt ist. Noch etwas fällt auf. An diesen Auktionen kann bedeutsame Kunst auch sehr günstig erworben werden. Eine frühromantische Idylle eines bedeutsamen Malers der Münchner Schule war für 700 Franken zu haben, Werner Weiskönigs grossformatige Winteransicht von Schwellbrunn für 900.

Hans Widmer plant die nächste Auktion ausgewählter Werke im Herbst. (J. O.)

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