Mike und Kyle, die wunderbaren Charaktere im Spielfilm «The Climb», erklimmen den Berg des Lebens mit dem Velo

Die Aufs und Abs einer Männerfreundschaft in einem US-Indiefilm, der in Cannes vor einem Jahr Publikum und Kritik begeisterte.

Regina Grüter
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Es geht abwärts: Kyle (links) und Mike.

Es geht abwärts: Kyle (links) und Mike.

Bild: Xenix

Kino Was hat das Zeug, eine echte Freundschaft zu zerstören? Wenn der beste Freund mit der Zukünftigen schläft. Und was bringt sie wieder zusammen? Ein Schicksalsschlag, Festtage, ein Haufen gemeinsame Erinnerungen und Alkohol. Und da ist auch noch die Leidenschaft fürs Velofahren…

Michael Angelo Covino und Kyle Marvin sind beste Freunde, im echten wie im fiktiven Leben. Sie haben zusammen das Drehbuch geschrieben und auch gleich die Hauptrollen in ihrem Film «The Climb» übernommen. Regie führte Covino. Der Einfachheit halber heissen sie Mike und Kyle. Der egoistische Mike und der selbstlose Kyle, eine schwierige Paarung. Aber auch eine richtige, weil Mike der Einzige ist, der Kyle klarmacht, dass er sich ständig von seinen Frauen verbiegen lässt. Denkt er.

«The Climb» ist eine Tragikomödie in bester US-amerikanischer Indie-Tradition, wie man es sonst eher in Serien sieht. «Girls» oder die frühen Filme von Miranda July, Richard Linklater oder Noah Baumbach? Vergleiche bringen nichts. «The Climb» ist ein schräger und gleichzeitig berührender Covino/Marvin-Film. Eine intelligente Komödie, aber ohne intellektuellen Anspruch.

In Cannes, wo «The Climb» letztes Jahr seine Weltpremiere feierte, wurde er in Anwesenheit der sympathischen Filmcrew vom Publikum und der Kritik begeistert aufgenommen. So etwas sieht man selten im Kino. Nichts wie hin!

«The Climb», ab 20. August 2020 im Kino.