Auf leisen Sohlen durch die Welt

Turnschuhe haben die Gehgewohnheiten der Menschheit verändert – vor allem die der Männer. Das Brooklyn Museum widmet ihrer Sozial- und Kulturgeschichte nun eine eigene Ausstellung.

Sebastian Moll
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Es gibt wohl kaum einen besseren Ort auf der Welt, um die Trends der Sneaker-Mode zu studieren, als die Strassen von New York. Marke, Farbe und Stil sind hier immer auch ein Statement.

Wie alles anfing

So erscheint es passend, dass das Brooklyn Museum mit einer Hommage an das dominante Schuhwerk der Gegenwart aufwartet. Sie widerlegt etwa den Mythos, dass Turnschuhe erst in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts zum Modeartikel wurden. Schon in den Anfängen war der Turnschuh ein Luxusartikel. Denn nur die aristokratische Oberklasse konnte es sich im ausgehenden 19. Jahrhundert leisten, sich die Zeit mit Laufen und Ballspielen zu vertreiben.

Ein Artikel für den Gentleman

So waren die ersten Converse All Stars von 1917 ein Artikel für den echten Gentleman. Den legendären Adidas Superstars widmet die Ausstellung einen Ehrenplatz. Sie waren in den Siebzigerjahren einer der ersten niedrig geschnittenen Basketballschuhe und ein Hit auf den Plätzen der US-Städte.

Doch die Superstars markierten nicht nur den Durchbruch von Adidas auf dem US-Markt. Nachdem die Hip-Hop-Truppe Run DMC die Superstars zu ihrem Markenzeichen machten, standen sie auch für den Durchbruch der Turnschuhe in der Popkultur. Die Air-Jordans von Nike wurden dann zum Statussymbol. Plötzlich hatten Modemacher wie Gucci und Prada das Gefühl, im Sneaker-Geschäft mitmischen zu müssen.

Turnschuhe als Männermode

Auffällig ist, dass das Brooklyn Museum die Turnschuhe als Männermode zeigt. Die Kuratorin Elizabeth Semmelhack verteidigt das als ganz bewusste Entscheidung. Der Sneaker, so Semmelhack, sei neben vielen anderen Dingen vor allem auch ein Vehikel der modischen Befreiung für den Mann.

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