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AUF EINEN KAFFEE MIT RAHEL FLÜCKIGER: «Ich bin wie ein Fisch, ich bin im Fluss»

Christina Genova
«Kunst ist lebensnotwendig», sagt Rahel Flückiger. (Bild: Benjamin Manser)

«Kunst ist lebensnotwendig», sagt Rahel Flückiger. (Bild: Benjamin Manser)

Im Leben von Rahel Flückiger ist kein Tag wieder der andere: «Es ist Abwechslung pur.» Die freischaffende Kunst- und Theaterpädagogin, die unter anderem für das Museum im Lagerhaus arbeitet, ist auch Künstlerin und Mutter einer vierjährigen Tochter. Das Projekt, das sie momentan am meisten beschäftigt, nennt sich «Urbaner Transfer». Ein halbes Jahr hat sie mit drei Gleichgesinnten an dieser Ausstellung gearbeitet. Am Donnerstag wird sie in der 500 Quadratmeter grossen Lattich-Halle beim St. Galler Güterbahnhof eröffnet. Vierzehn Kunstschaffende aus dem Appenzellerland, dem Thurgau und St. Gallen werden dort an vier Tagen ausstellen.

Wir treffen uns in der lauschigen Gartenwirtschaft des Restaurants Militärkantine, einem der Lieblingsorte Rahel Flückigers in St. Gallen. Ihr Atelier befindet sich zwar ganz in der Nähe, doch dort gibt es keine Kaffeemaschine. Die Künstlerin bestellt einen Cappuccino. Obwohl es nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung von «Urbaner Transfer» sind, ist die 39-Jährige ruhig und gelassen: «Ich bin wie ein Fisch, ich bin im Fluss», so beschreibt sie ihren Gemütszustand.

Es ist eine Ausstellung von Künstlern für Künstler, die sie mitorganisiert. Wie es im Titel schon anklingt, geht es darum, das, was sonst unsichtbar in den Ateliers passiert, öffentlich zu machen: «Wir wollen das kreative Potenzial der Gegend zeigen und bündeln.» Dabei liess man den Kunstschaffenden so viel Freiheit wie möglich: Die Ausstellung ist nicht kuratiert, ein Thema wurde keines vorgegeben. Manche der Künstler zeigen, woran sie gerade arbeiten; andere, so auch Rahel Flückiger, haben auf die Ausstellung hin neue Werke produziert. Sie, die bekannt ist für ihre Miniaturfiguren, die kaum grösser als 5 Zentimeter sind, hat erstmals zwei lebensgrosse Plastiken hergestellt. Sie sind aus Maschendraht – ihre Arme sind mit feinen Kratzspuren übersät.

Ein Wort, das Rahel Flückiger in Zusammenhang mit der Ausstellung mehrmals erwähnt und das ihr besonders wichtig ist, ist die Wertschätzung für die künstlerische Arbeit. Die regionalen Künstler wüssten, wie es den Leuten hier gehe. In ihren Werken könnten sie dies aufnehmen und damit etwas anstossen, den Horizont erweitern: «Kunst kann etwas in Bewegung bringen.» Ganz konkret bedeutet Wertschätzung für Rahel Flückiger, dass alle beteiligten Künstler ein kleines Honorar erhalten: «Wir wollten nicht, dass sie drauflegen.» Das sei alles andere als üblich, denn sonst hätten die Künstler für Ausstellungen meist nur Auslagen. Nicht zuletzt soll «Urbaner Transfer» auch ein Ort für Begegnungen und Austausch sein. Rahel Flückiger wünscht sich mehr solche Projekte und Orte, wo Leben stattfindet: «Von mir aus kann es überall wuseln und sich wie eine Epidemie ausbreiten.»

Christina Genova

• Do, 31.8., ab 17 Uhr, Vernissage 19 Uhr • Fr, 1.9., ab 14 Uhr, Konzert mit Easy Tuner 20 Uhr • Sa, 2.9., ab 10 Uhr, Konzert mit Lalier 20 Uhr • So, 3.9., 10–16 Uhr, Finissage

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