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Auf einen Kaffee mit ... Räuber Hotzenplotz

Der Wegelagerer aus Otfried Preusslers Büchern kommt nächsten Samstag wieder auf die Bühne des Theaters St. Gallen. Wir haben den Serientäter zum Gespräch eingeladen - auf einen Kaffee.
Hansruedi Kugler
Räuber Hotzenplotz (Bild: pd)

Räuber Hotzenplotz (Bild: pd)

Zum Kaffeetrinken fehle ihm eigentlich die Zeit, liess Hotzenplotz dem Journalisten per Brief ausrichten. Die Polizei sei hinter ihm her – und nun auch schon wieder das Theater St. Gallen. «Aber ja, eine Kaffeemühle habe ich nicht mehr … Also gut, ich komme.» Etwas Aufmunterung könne er ohnehin gebrauchen. Schliesslich sei er nach seinem Ausbruch aus dem Spritzenhaus, wo er zwei Wochen eingesperrt war, auf Rache aus. «Von diesem Gefängnisfrass bekommt man ja Blinddarmverrenkung!» Hotzenplotz scheint deshalb ganz schön mit den Nerven runter: «Einen Räuber Hotzenplotz sperrt man nicht ungestraft ein!»

Die geliebte Kaffeemühle ist er schon letzten Winter auf der Bühne des Theaters St. Gallen los geworden. «Die Belohnung für meine Verhaftung, 555 Franken und 55 Rappen, die hole ich mir von diesem hinterhältigen Kasperl und seinem Kumpel Seppel zurück, die Belohnung gehört mir!» Beim Kaffeetrinken schimpft er dann auch gleich ungeschminkt los: «Unfair, einfach unfair, diese Polizisten. Die arbeiten heutzutage sogar mit Wahrsagerinnen zusammen!» Da hätten so grundehrliche, ernsthafte Räuber wie er überhaupt keine Chance! «Ohne die Kristallkugel hätte mich dieser Depp von Dimpfelmoser doch nie gefunden.» Au weia, Hotzenplotz gerät noch mehr in Wut – aber bringt schon wieder alles durcheinander. Die Kristallkugel kommt nämlich erst nächsten Samstag zum Einsatz. «Mist, das hätte ich nicht sagen sollen. Schreiben Sie das nicht, Herr Journalist, sonst … Sie wissen ja, meine Pistole!» Man kommt kaum zum Fragen, bei Hotzenplotz sprudelt der Zorn ohne Pause. Aber dann gelingen doch noch zwei Fragen: Steht Hotzenplotz immer noch jeden Tag um sechs Uhr auf, damit er um halb acht zur Arbeit gehen kann? Mit Schlapphut und Pistole? «Ha, da falle ich doch nicht nochmals drauf rein, auf so eine Fang­frage! Über meinen Auftritt am Samstag und meine Waffen verrate ich natürlich nichts. Räuberehre!», raunzt er.

Doch ein Geheimnis müsse er dem Journalisten schon noch anvertrauen, «aber psst!», da gäbe es nämlich ein Geheimnis über seine berufliche Zukunft: «Kurz und gut, auf die Dauer wird mir die Sache zu anstrengend.» Immer den bösen Kerl zu spielen, sei selbst für einen Hotzenplotz lästig. «Und überhaupt: Dieser Kaffee schmeckt hier ausgezeichnet, vielleicht werde ich selbst mal Wirt und eröffne eine Kneipe …» Allerdings frühestens nächstes Jahr in Teil drei, er rede dann schon noch mit den Leuten vom Theater. «Am Samstag hole ich mir aber erst mal meine 555 Franken und 55 Rappen.» Nun sei aber Schluss mit Interview, keine Zeit mehr: «Jetzt gehe ich Bratwurst essen mit dem Schauspieler Hansjürg Müller. Dem muss ich noch ein paar Tipps geben, wie man den Hotzenplotz spielt. Ciao!», und schon ist der Wegelagerer Hotzenplotz wieder auf und davon.

Premiere

Neues vom Räuber Hotzenplotz, Sa, 17. 11., 14 Uhr, Theater St. Gallen, Grosses Haus, weitere Vorstellungen bis 3.Februar.

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