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Auf der schwarzweissen Insel

Filmemacher Nino Christen macht mit seinem animierten Kurzstreifen «L'le Noire» einen weiteren Schritt. Sein erster Film als freischaffender Regisseur ist formal streng und inhaltlich düster.
Roger Berhalter
Ereignisloses Leben: Der Wachmann und sein Vogel in «L'le Noire». (Bild: pd)

Ereignisloses Leben: Der Wachmann und sein Vogel in «L'le Noire». (Bild: pd)

Es ist ein schweigsames, ereignisloses Leben, das ein Wachmann und sein Vogel zusammen auf einer Insel führen. Als der Mann eines Tages ein Radio erhält, hört er fortan laut Musik aus aller Welt. Doch er vernachlässigt auch seine Arbeit und seinen hungrigen Vogel und merkt nicht, dass sich draussen eine grosse Gefahr nähert.

Auf dem freien Markt

So weit die Geschichte von «L'le Noire», dem neuen Animationsfilm des St. Galler Filmemachers Nino Christen. Es ist auch sein «Erstlingsfilm auf dem freien Markt», wie es der 29-Jährige ausdrückt. Seinen letzten Kurzfilm, «Little Eden», produzierte er sozusagen im geschützten Rahmen, als Diplomarbeit im Lehrgang Animation an der Hochschule Luzern.

Mit «L'le Noire» hingegen ist Christen nun erstmals als freischaffender Produzent und Regisseur aktiv. Er hat den Film zusammen mit einem vierköpfigen Team entwickelt, hat dabei nicht nur das Drehbuch geschrieben und selber gezeichnet und animiert, sondern sich auch um die Finanzierung gekümmert, den Vertrieb übernommen und überhaupt: die ganze Verantwortung.

Mit der Natur im Clinch

Um seine neuste Geschichte zu erzählen, setzt Christen auf eine rohe Ästhetik mit handgezeichnetem Schwarzweiss. «Die Bilder sollen möglichst kontrastreich, klar und prägnant sein», erklärt er. Und sie müssen für sich sprechen, denn Dialoge hat «L'le Noire» keine. Das war schon in seinem Kurzfilm «Little Eden» (2009) so, und Ähnlichkeiten zeigen sich auch bei den Hauptfiguren: In «Little Eden» ging es um einen Mann, der in seinem engen Schrebergarten versucht, der Natur Herr zu werden und einen Raben zu verscheuchen. Auch «L'le Noire» handelt von einem (eingesperrten) Vogel und einem Mann, der auf seine Weise ebenfalls gefangen ist. «Es geht um dieses Eingeengt-Sein und um den Widerspruch, wie der Mensch heute in der Natur lebt», erklärt Nino Christen. «Einerseits ist er abhängig von der Natur, anderseits schadet er ihr.»

Während seines dreimonatigen Aufenthalts auf Madagaskar im Jahr 2011 wurde sich Nino Christen dieses Widerspruchs wieder bewusst. Die Insel und ihre bedrohte Natur entwickelten sich schnell zum Kernthema seiner Recherchen, die schliesslich zu «L'le Noire» führten. Der Titel spielt auf «L'le Rouge» an, wie Madagaskar ebenfalls genannt wird.

Mit «Kurz & Knapp» auf Tour

Im Moment versucht Nino Christen seinen gut sechsminütigen Film an möglichst vielen Festivals zu plazieren. Rund 200 werde er insgesamt anschreiben, immerhin sechs haben schon zugesagt, etwa das internationale Trickfilmfestival in Stuttgart. Hierzulande ist «L'le Noire» derzeit mit der Kurzfilmplattform «Kurz & Knapp» auf Tour.

Do, Kugl, 20.15 Uhr

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