Auf betörender Umlaufbahn

Steaming Satellites sind in der Musik der 1970er-Jahre verwurzelt, heben aber gerne elektronisch unterstützt ab. Mit ihrem schwelgerischen Avantgarde-Rock denken die drei Salzburger die Musikgeschichte weiter.

Roger Berhalter
Drucken
Teilen
Spacerock ist gesund: Steaming Satellites mit Sänger Max Borchardt (Mitte) beim gemeinsamen Mahl. (Bild: pd)

Spacerock ist gesund: Steaming Satellites mit Sänger Max Borchardt (Mitte) beim gemeinsamen Mahl. (Bild: pd)

Viel ist passiert, seit Steaming Satellites zuletzt in der Grabenhalle gespielt haben. Das war vor gut einem Jahr, ihr Album «The Mustache Mozart Affair» war gerade erst draussen, und der grosse Rummel um die drei Salzburger stand erst noch bevor. Sie gaben in St. Gallen «Ein kleines Konzert», wie die Reihe in der Grabenhalle heisst, und hinterliessen einen bleibenden Eindruck.

Led Zeppelin, Pink Floyd, Dylan

Jetzt, ein Jahr später, sind Steaming Satellites mit ihrem Album «Slipstream» auf Tour. Mittlerweile werden die Österreicher allseits hochgelobt. Sie gingen mit Portugal The Man auf Europatour und waren Vorband von Gruppen wie Thin Lizzy, Monster Magnet oder The Raveonettes. Mit ihrem geniesserisch-schwelgerischen Avantgarde-Rock finden sie Anklang, und man vergleicht sie schon mit den ganz grossen der Vergangenheit: So schwer wie Led Zeppelin, so sphärisch wie Pink Floyd sollen Steaming Satellites sein – und erst noch die musikalische Aussagekraft von Bob Dylan besitzen. Vielleicht sind diese Vergleiche dann doch etwas hoch gegriffen. Doch betörend sind Steaming Satellites auf jeden Fall: Rockgitarren kombiniert mit elektronischen und souligen Elementen und sphärischen Synthesizern, und über allem schwebt die markante Stimme von Max Borchardt, die das Ganze zusammenhält.

Bereit für die grossen Festivals

Es scheint, als stünden den Salzburgern die Tore zur internationalen Musikwelt offen. Im Januar spielten Steaming Satellites am niederländischen Eurosonic-Festival, wo Festivalmacher aus ganz Europa nach Bands Ausschau halten. Bevor es aber an die grossen Open Airs geht, tourt das Trio derzeit durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. In der Grabenhalle spielt im Vorprogramm das US-amerikanische Duo Hustle And Drone, das neue Projekt von Ryan Neighbor, dem früheren Keyboarder von Portugal The Man. Für Steaming Satellites ist das Konzert in St. Gallen diesmal also kein «kleines» mehr, sondern dürfte ein grosses werden.

Fr, Grabenhalle, 21 Uhr

Aktuelle Nachrichten