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Am Freitag beginnt das Lucerne Festival: Das sind die Höhepunkte

Vom 17. August bis zum 16. September feiert Lucerne Festival im Sommer die «Kindheit»: Wir zeigen die Höhepunkte eines Programms, das im KKL, openair und digital immer näher hin auch zu einem jüngeren Publikum geht
Urs Mattenberger
Das Thema «Kindheit» sucht den spielerisch-fantasievollen Umgang mit Musik: Kinder an einer «Young»-Produktion des letztjährigen Lucerne Festivals. (Bild: LF/Manuela Jans)

Das Thema «Kindheit» sucht den spielerisch-fantasievollen Umgang mit Musik: Kinder an einer «Young»-Produktion des letztjährigen Lucerne Festivals. (Bild: LF/Manuela Jans)

Cüpli-Anlässe für elitäre Snobs in schicken Abendgarderoben: Die Klassik-Klischees, die der Luzerner «Tatort» eben faustdick vorführte, haben sich im Konzertalltag längst gelockert und sind einer Vielfalt von Konzertformaten gewichen, die Publikumsnähe suchen. Wenn Lucerne Festival seinen Sommer unter das Motto «Kindheit» stellt, liegt das also gegen alle Klischees im Trend. Aber es ist auch eine Konsequenz aus der Entwicklung des Festivals in den letzten Jahren.

Denn Intendant Michael Haefliger hatte immer betont, Produktionen für Kinder und Jugendliche seien das dritte Standbein des Festivals. Das erste, die weltweit einzigartige Parade von Top-Sinfonieorchestern, bekam sein Flaggschiff mit dem Lucerne Festival Orchestra, das unter Riccardo Chailly die Reihe der 30 Sinfoniekonzerte eröffnet. Das zweite Standbein ist die Lucerne Festival Academy, die mit 100 jungen Musikern der Moderne eine Plattform bietet. Das dritte, die «Young»-Reihe für Kinder und Jugendliche, wird jetzt mit der «Kindheit» prominent ins Schaufenster gestellt.

Open-air-Konzert und ein Erlebnistag für «Kids»

Aber für Intendant Michael Haefliger steht das Thema, das sich unter anderem mit Märchenstoffen durch alle Programmschienen zieht, vor allem für kindliche «Fantasie» und dafür, dass auch Erwachsene noch immer «kindisch» Emotionen zulassen können. Gelegenheit dazu bietet der Lucerne-Festival-Sommer mit einer Reihe von Veranstaltungen, die selber das Laufgitter der Klassikrituale verlassen.

So wird zwar die Inseli-Übertragung, die zum Symbol für die Öffnung geworden ist, wegen des häufigen Wetterpechs gestrichen. Aber regensicheren Ersatz dafür bietet ein Konzert bei freiem Eintritt unter dem Dach des KKL: Noch vor dem Eröffnungskonzert des Festival-Orchesters sorgt hier am Freitag, 17. August um 17 Uhr das Nationale Jugendblasorchester aus England mit einem eingängigen Programm für Open-air-Stimmung, wie man sie vom Blue Balls Festival oder vom World Band Festival kennt.

Ganz auf das Thema ausgerichtet ist der Erlebnistag vom 26. August. Da können auch die Kleinen gleich zu Beginn im Grossprojekt «Schraffur für das KKL Luzern» selber mitmachen: Mit dreihundert Mitwirkenden aus der Zentralschweiz bringt der diesjährige Composer in residence, der Schlagzeuger Fritz Hauser, das ganze KKL zum Klingen. Vom zentralen Foyer aus schwärmen sie gruppenweise aus in alle Winkel des Hauses und «schraffieren» Wände, Treppen, Geländer, bevor sie sich im Konzertsaal in einem grossen Tutti vereinen und gemeinsam die Stille entdecken.

Familientauglich sind am Erlebnistag auch Charlie Chaplins Film «The Kid» mit dem 21st Century Symphony Orchestra (16.30) oder ein Instrumentenparcours (13 Uhr). Im klassischen Familienkonzert um 11 Uhr treten nach Saint-Saëns ’«Karneval der Tiere» auch die letzt- und diesjährige Artiste Etoile, die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und die Cellistin Sol Gabetta, auf.

Stars und Kinder auf Instagram und Facebook

Auf neuartige Weise weiter getrieben wird die Öffnung auch auf allen elektronischen und digitalen Kanälen. Quasi als Ersatz für die Inseli-Übertragung wird die zweite Hälfte des Eröffnungskonzerts am 17. August (Strawinskys Feuervogel) live auf der Facebook-Plattform des Festivals, auf der Website sowie auf Youtube zu erleben sein. Als Livestream wird auch das letzte Konzert des Lucerne Festival Orchestra am 25. August live auf Facebook,Youtube und der Festival-Website gezeigt (Werke von Wagner und die Siebte Sinfonie von Anton Bruckner).

Zwar werden weiterhin einzelne Konzerte live oder zu einem späteren Zeitpunkt auf Radio SRF2 (live das Eröffnungskonzert), auf arte.tv oder auf SRF Zwei ausgestrahlt. Aber «Lucerne goes digital» kompensiert nicht nur, dass solche klassischen Übertragungen rückläufig sind. Vielmehr werden verstärkt die spezifischen Möglichkeiten der sozialen Medien genutzt. So planen erstmals Festivalkünstler wie Renaud Capuçon oder der Gewinner des «Credit Suisse Young Artist Award», Kian Soltani, jeweils einen Tag den Instagram-Kanal von Lucerne Festival zu übernehmen.

Kurzvideos mit Konzertausschnitten oder Künstler-Statements sowie mit Fotostrecken auf und hinter der Bühne geben Einblick ins Festivalgeschehen. Bereits verfügbar ist ein Beitrag, in dem sich Kinder über Konzerterfahrungen äussern. «Unmöglich» findet es da ein Mädchen, dass Musiker gleichzeitig auf den Dirigenten und in die Noten schauen müssen. Wie das dennoch geht, zeigt der Erlebnistag: Da können sich Besucher nicht nur vor, sondern mitten ins Orchester der Lucerne Festival Academy setzen. Und sind genau da, wo da all die neuen Formate hinzielen: «Mittendrin».

Alle Infos zum Programm: www.lucernefestival.ch

«Young»-Konzerte für jedes Alter

Spielerische Formen, mit denen Veranstalter Kinder ansprechen, sind auch bei Erwachsenen beliebt. Exemplarisch zeigte das der Regisseur Dan Tanson mit seiner Young Performance «Heroïca» (Bild) rund um jugendliches Imponiergehabe: Als Artiste Etoile zeigt er sein Erfolgsstück wieder (16. September, 11/15.00) und bringt mit «Senegalliarde» auch Multikulturualität theatral auf die Bühne (1. September, 11/15.00, Neubad). An jüngere Kinder richtet sich das «Traumland» des Puppentheaters Petruschka (Premiere Samstag, 17. August, Tribschen-Pavillion), ab acht eingeladen ist man im philosophischen Konzert «Domande» des .Teatro Dimitri (Samstag, 25. August, 11/15.00, Kleintheater) (mat)

Kleine und grosse Stars

Im «Kindheits»-Sommer ist das Alter der Solisten weiter gespannt als sonst. So geben drei «Wunderkinder» zwischen 13 und 15 Jahren ihr Debut, die Solistin im Nachmittagskonzert der Festival Strings Lucerne ist gar erst 11 Jahre alt. Zu den grossen Stars in den Sinfoniekonzerten zählen die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli (Bild, 16. September), die Pianisten Lang Lang (17 und 19. August) und Andras Schiff (20. und 23. August), der der Geiger Renaud Capucon oder die Cellistin Sol Gabetta: Als Artiste Etoile gibt sie ein Kammermusikrezital mit dem Bariton Matthias Goerne (Sonntag, 19. August), wirkt in Familienkonzerten mit (26. August) und spielt Cellokonzerte von Haydn, Elgar und Martinu.

Sinfoniekonzert

Riccardo Chailly (Bild) gibt mit dem Lucerne Festival Orchestra drei Programme mit Werken von Mozart und Strawinsky (17./19. August), Ravel (24. August) sowie Wagner und Bruckner (25. August). In den 30 Sinfoniekonzerten führen Stabwechsel in jüngerer und jüngster Zeit zu neuen Konstellationen. So kommen die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko (29. und 30. August), Simon Rattle mit seinem London Symphony Orchestra (10. und 11. September), Andris Nelsons mit dem Boston Symphony Orchestra (12. und 13. September). Anstelle von Daniele Gatti dirigieren das Concertgebouw-Orchester Amsterdam Manfred Honeck (5. September) und Bernard Haitink (Mahlers Neunte Sinfonie, 6. September).

Moderne-Kosmos

Die Moderne bietet drei Schwerpunkte und ist doch nah ins Festivalganze eingebunden. Als Integrationsfigur wirkt Simon Rattle (Bild), der in drei Konzerten sein London Symphony Orchestra mit dem Orchester der Lucerne Festival Academy unter Matthias Pintscher zusammenbringt (9. September). Neben dem spirituellen Tanzstück «INORI» (2. September, 11/17.00) ist der hier aufgeführte Avantgarde-Klassiker «Gruppen» ein Höhepunkt der Reihe, die repräsentativ den «Kosmos Stockhausen» vorstellt. Einen ganz neuen Typus des Composer in residence verkörpert der Schlagzeuger Fritz Hauser, der in acht Veranstaltungen vom Solo bis zum Massenspektakel mit 300 Mitwirkenden im KKL auftritt.

Neue Formate

Nicht neu, aber immer für Überraschungen gut ist die beliebte Gratis-Reihe «40min». Hier treten der Reihe nach prägende Festival-Künstler auf wie die Cellistin und Artiste Etoile Sol Gabetta (Bild, 27. August), der Komponist Peter Eötvös (31. August), der Dirigent Simon Rattle (6. September) oder der Schlagzeuger Fritz Hauser (13. September, jeweils 18.20 Uhr im Luzerner Saal). Ein ganz neues Format ist das Orchestercamp, das das Festival mit dem Verein Superar durchführt: Jugendliche aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen studieren hier ein sinfonisches Konzert ein und bringen es im KKL zur Aufführung (Samstag, 18. August, 14.30, Luzerner Saal).

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