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Auch Udo Jürgens ist plötzlich «grün»

Der Entertainer, der allein bei Zürich lebt, meldet sich mit einer neuen CD und einer Tournee zurück. Doch nicht nur damit: Er äussert sich auch zur Atomdebatte nach Fukushima.

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Udo Jürgens Nach drei Jahren kommt das neue Album «Der ganz nromale Wahnsinn» heraus. Die Tournee beginnt am 1. 2.2012.
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Udo Jürgens Nach drei Jahren kommt das neue Album «Der ganz nromale Wahnsinn» heraus. Die Tournee beginnt am 1. 2.2012.

Keystone

Udo Jürgens, auch mit 76 Jahren noch immer beeindruckend agil, war unlängst bei Gottschalk auf dem Sofa zugegen. Beide regelten dort, unter Männer sozusagen, ihren jeweiligen künstlerischen Nachlass. Denn gemein haben sie so einiges: Thomas Gottschalk will, so sagt er zumindest, seine Samstagabend-Show «Wetten, dass...» bekanntlich in Bälde aufgeben. Am 1. April wird ihm hierfür schon mal den Echo-Preis verliehen. Ein Preis, den Udo Jürgens schon bekommen hat. Und zwar bereits 1993. Logisch, dass der jüngere Pensionist den älteren da fragt: «Und, kommt da noch was?»

Es kommt. Wie Gottschlank ist Jürgens für das Pensionistendasein definitiv zu jung. der an Lebensjahren etwas weniger, dafür an geistiger Beredsamkeit umso mehr. Soeben präsentiert Jürgens landauf, landab sein neues Album «Der ganz normale Wahnsinn». Darin wettert er gegen Google, Facebook, Twitter und Co.

Und tätsächlich ist der unverwüstliche Entertainer kein bisschen leise geworden. In der aktuellen «Schweizer Illustrierte» gibt der Wahlschweizer sich zwar angemessen altersmilde, das Poltern jedoch hat er nicht verlernt. Auf die nukleare Katastrophe in Japan angesprochen, sagt er, der gerade aus seinem Ferienhaus in Portugal zurückgekommen ist: «Niemand weiss wirklich, was in Japan los ist. Das schockiert mich nach wie vor. Die Informationspolitik der japanischen Regierung ist eine Frechheit.»

Betroffen vom Ausmass des nuklearen GAUs

Bis zur nuklearen Katastrophe von Fukushima sei er selbst für Atomstrom gewesen. Doch das habe sich nun geändert. «Aber jetzt weiss ich: So kann es nicht weitergehen. Ich bin im Krieg aufgewachsen. Damals gabs Strom oft nur zwischen 20 und 21.30 Uhr. Wenn wir danach noch lesen wollten, haben wir eben Kerzen angezündet. Glauben Sie, ohne Elektrizität geht das Leben nicht weiter!?»

«Umweltschutz sei eben nicht, den Leuten vorzuschreiben, wie sie ihren Müll trennen sollen», so der Plattenkönig weiter. «Strom sollte rationiert werden. Wenn er zeitweise ganz abgeschaltet werden muss, dann wird er eben abgeschaltet.« Der Grund für seine Wut liegt in seiner Familie: «Ich habe vier Enkel. Ich wünsche mir eine bessere Welt für sie.» (cls)

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