Assanges Krieg gegen die Geheimhaltung

Die Geschichte von Wikileaks in zwanzig Kapiteln, aktuell bis zum nächsten Enthüllungsskandal durch Edward Snowden.

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Die Geschichte von Wikileaks in zwanzig Kapiteln, aktuell bis zum nächsten Enthüllungsskandal durch Edward Snowden. Luke Harding und David Leigh beschreiben Julian Assanges Krieg gegen die Geheimhaltung faktentreu, aber trotzdem spannend wie ein Krimi – vieles, was man gelesen und gehört hat, lässt sich so wieder in die Reihe stellen.

Kapitel 15 beginnt am Badischen Bahnhof in Basel und heisst der «Tag der Veröffentlichung». An diesem Grenzbahnhof soll in gemeinsamer Aktion verschiedener Redaktionen das grösste Geheimnisleck der Welt publik gemacht werden. Der «Guardian», die «New York Times», «El País» und «Le Monde» warten gespannt, der «Spiegel» hält seine bereits gedruckte Skandalausgabe noch zurück. Doch der Chefredaktor von Radio Basel entdeckt per Zufall eine Ausgabe des «Spiegels» auf dem Bahnhof und macht dessen Inhalt öffentlich. Die Geheimhaltung der Aufklärer ist ebenso gescheitert wie jene der damit Angeklagten.

«Die Wikileaks-Saga selbst mit all ihren überraschenden Wendungen ist wohl nur der erste Akt im Aufstieg eines erstaunlichen globalen Phänomens, das der amerikanische Soldat Bradley Manning «Hacktivismus» genannt hat. Ein Phänomen, das seine Zeitung an die vorderste Front gebracht habe, schreibt «Guardian»-Chefredaktor Alan Rusbridger im Vorwort. Die Geschichte Wikileaks erzählt, wie der anonyme Hacker Assange zum Staatsfeind Nummer 1 wird, zum Cyber-Terroristen – für die anderen aber zum Messias der Neuen Medien. (Kn.)

Luke Harding/David Leigh: Wikileaks. Weltkiosk 2013, 286 Seiten, Fr. 21.40.

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