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Die Toten Hosen: Ansteckende Freude an der Musik

Campino und seine Kollegen spielten gestern vor knapp 50'000 Personen auf der Luzerner Allmend ein gutes Konzert. Sie punkteten vor allem mit ihrer Leidenschaft für die Musik.
Michael Graber
Da rockt sie, die Allmend: An die 50000 Fans feierten am Samstag mit den Toten Hosen.Bild: Philipp Schmidli (25. August 2018)

Da rockt sie, die Allmend: An die 50000 Fans feierten am Samstag mit den Toten Hosen.Bild: Philipp Schmidli (25. August 2018)

Es musste ja so kommen: Kaum stehen die Toten Hosen auf der Bühne, regnet es. So richtig. Vorher hatte es noch sympathisch genieselt, aber kaum war Campino auf der Bühne, wurde aus dem Tröpfeln ein Tropfen, und man wurde durch mehrere Schichten nass. Unangenehm nass.

Immerhin: Es war fast das einzige Unangenehme an diesem Abend: Organisation und sogar die Grundmatschigkeit des Bodens waren sehr erträglich bis grundgut. Und dann natürlich auch die Toten Hosen. Die deutschen Punkrocker – sie waren an diesem Abend tatsächlich sehr punkig – fuhrwerkten durch ein langes Set. Höhepunkte waren – nicht unerwartet – vor allem die Hits wie «Bonnie & Clyde», «Wünsch dir was» und «Hier kommt Alex». Die Toten Hosen sind aber mehr als eine Jukebox ihrer Hits und streuten auch zahlreiche Songs ihrer neuen Platte ein. Das war meist gut, manchmal sogar sehr gut und selten langweilig. Das ist umso erstaunlicher, da sich viele der Hosen-Lieder im Song-Schema doch sehr ähnlich sind. Alles eskaliert auf den Refrain. So gewinnt man vielleicht keine Preise für innovative Musik, aber man füllt Arenen für 50000 Zuschauer.

Sänger mit Schalk: Campino. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018)

Sänger mit Schalk: Campino. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018)

Grüsse von Markus Babbel

Insgesamt ist den Deutschen eine sehr punchige Show gelungen. Die Kraft, die sie auf der Bühne erzeugen, verdampft nicht in den Regenwolken über der Bühne, sondern überträgt sich aufs Publikum. Da wird getanzt, gesungen und geschunkelt. Campino überbringt gleich zu Beginn Grüsse von Markus Babbel, der bis vor kurzem nebenan Trainer war. Da spürt man auch erstmals den Schalk, der Campino tief hinter den Ohren sitzt. Der Mann hat Humor und fordert das Publikum zum Mitdenken auf.

Er wolle nicht das Konzert für Politik missbrauchen, sagt er, bevor er zu einer flammenden Verteidigungsrede für Seenotretter ausholt. «Das sind Lebensretter», sagt er. Die 50000 auf der Allmend applaudieren. Da hat längst nicht jeder diese Meinung, aber was Campino sagt, hat Gewicht. Im Gegensatz zu den Vorbands Donots und Feine Sahne Fischfilet sind die Toten Hosen in ihrer politischen Botschaft subtiler, aber nicht weniger deutlich.

Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. August 2018))
Campino am Konzert ganz nah. (Bild: Linda Rohde, Allmend, 25. August 2018)
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
(Bild: Chiara Zgraggen)
Zaungäste: Bei der Meili-Kaserne schauen sich über 100 Neugierige das Konzert der Toten Hosen von ausserhalb des Open-Air-Geländes an. (Bild: Jérôme Martinu (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. August 2018))
Im Ausnahmezustand: Die Fans lassen sich von den Toten Hosen mitreissen. (Bild: Corinne Glanzmann)
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
(Bild: Michael Graber)
(Bild: Michael Graber)
Hunger? Diese Kinder verkaufen Tote Hosen (Hot Dogs) vor dem Stadion. (Bild: Michael Graber)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Publikum, Fans während der Vorgruppe «Feine Sahne Fischfilet». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Grossartige Bühnenshow: Der Auftritt der Toten Hosen auf der Allmend. (Bild: Michael Graber)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Publikum, Fans während der Vorgruppe «Feine Sahne Fischfilet». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Zu Beginn kam das Konzertgelände sauber daher. (Bild: Chiara Zgraggen)
Die «Donots» spielen als letzte Vorband. (Bild: Michael Graber)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Die Vorgruppe «Feine Sahne Fischfilet». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Hier Bier: Findige Anwohner verkauften am Nachmittag Bier an der Horwerstrasse an die durstigen Fans. (Bild: Michael Graber)
Impressionen vom Konzert der Toten Hosen auf der Luzerner Allmend. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. August 2018))
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Publikum, Fans während der Vorgruppe «Feine Sahne Fischfilet». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Vom Hochhaus neben der Swissporarena hat man einen tollen Blick über das riesige Konzertgelände. (Bild: Markus von Rotz)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Publikum, Fans während der Vorgruppe «Feine Sahne Fischfilet». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Stimmung ausserhalb des Geländes. Im Bild Ralf und Gin. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Die Pyrofackeldichte ist höher als an manchem Fussballspiel. (Bild: Michael Graber)
Die Konzertbesucher sind bereit – in wenigen Minuten legen die Toten Hosen los. (Bild: Michael Graber)
Am Konzert ist man mit festem Schuhwerk eigentlich eher besser bedient. (Bild: Michael Graber)
«Hier wohnt Alex»: Eine liebevolle Hommage an einen der ganz grossen Hits der deutschen Punkrocker an der Neustadtstrasse in der Stadt Luzern. (Bild: Michael Graber)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Stimmung ausserhalb des Geländes. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Vbl-Extra-Bus für die Fans der Toten Hosen. (Leserbild: Robert Bachmann)
Die Toten Hosen auf der Allmend Luzern. Stimmung ausserhalb des Geländes. Im Bild Jasoleia El Omari. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 25. August 2018))
Düstere Aussichten: Wer jetzt noch verzweifelt ein Ticket für das Konzert sucht, wird vielleicht hier fündig. (Bild: Chiara Zgraggen)
In einem kleinen Mobil legt Gössi von den Moped Lads seine Platten auf. (Bild: Michael Graber)
Im Moment halten sich die Wartezeiten noch in Grenzen: Verpflegungsstände auf dem Konzertgelände. (Bild: Michael Graber)
Wer rausgeht, kommt nicht mehr rein: Die Konzert-Tickets sind One-Way gültig. (Bild: Michael Graber)
Noch sind die Wartezeiten kurz: Toiletten auf dem Konzertgelände. (Bild: Michael Graber)
42 Bilder

Die Toten Hosen in Luzern: Das sind die besten Bilder von der Allmend

Jeder Songtitel wird kräftig geröhrt

Dann und wann droht die Musik von Campino (Gesang), Andreas von Holst (Gitarre), Michael Breitkopf (Gitarre), Andreas Meurer (Bass) und Vom Ritchie (Drums) etwas gar gleichförmig zu werden. Dann aber hauen diese Musiker die Kraft in ihre Songs, die diese kleinen Schwächen überdecken. Campino röhrt den Titel jedes Songs in den Nachthimmel. Langweilig? Vielleicht ein bisschen. Dynamisch? Auf jeden Fall. Die Livequalitäten der Düsseldorfer Band trägt über fehlende Abwechslung locker weg. Und was man ihnen auch zugute halten muss: Es wirkt immer ehrlich, nie aufgesetzt, nie künstlich. Diese Freude an der Musik, die ist ansteckend.

Da kann selbst der hartnäckige Regen nichts dagegen machen – auch wenn er sich am gestrigen Abend alle Mühe gibt. Es dürfte alle Meteorologen nachhaltig verstören, dass ein Gitarrenbrett immer noch intensiver als ein Gewitter ist. Für Musikfans ist das eine tröstende Nachricht.

Trotzdem: Da war schon noch Luft nach oben. Die Vorbands punchten zwar kräftig, blieben aber eher harmlos. Am nachhaltigsten gefallen haben uns noch die Donots, die das Publikum mit in die Show eingebunden haben. Andernorts verpuffte die Energie von der Bühne manchmal in der vierten Reihe. Es braucht aber auch eine gehörige Portion Erfahrung, um in der allgemeinen Regen-Schummrigkeit eines 50000-Personen-Konzerts nicht unterzugehen.

Hinweis: Im kommenden Jahr sind die Toten Hosen Headliner am Greenfield Festival.

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