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Ann Katrin Cooper und Tobias Spori – im Doppel kreativ

Für einen Kaffee ist die beste Tageszeit schon vorbei; Tobias Spori hat gerade, was für Künstler eigentlich ein Fremdwort ist: Feierabend. Und Hunger. Ein körperlich anstrengender Tag liegt hinter ihm. Derzeit pendelt er zwischen St.
Bettina Kugler
Ein Verein, ein Paar: Ann Katrin Cooper, Tänzer Tobias Spori. (Bild: Michel Canonica)

Ein Verein, ein Paar: Ann Katrin Cooper, Tänzer Tobias Spori. (Bild: Michel Canonica)

Für einen Kaffee ist die beste Tageszeit schon vorbei; Tobias Spori hat gerade, was für Künstler eigentlich ein Fremdwort ist: Feierabend. Und Hunger. Ein körperlich anstrengender Tag liegt hinter ihm. Derzeit pendelt er zwischen St. Gallen und Zürich, wo er für das neue Stück der Choreographin Marisa Godoy am Theater Gessnerallee probt. «A way of knowing» heisst es, und es geht darin um eine spezielle Beziehung: die zwischen Darsteller und Zuschauer. Zwischen Männern und Frauen auf der Bühne und jenen, die im Dunkeln sitzen, sich auf die Performance einlassen. Am 18. März hat das Stück Premiere.

Ein Abenteuer: Tanz am Berg

«Das Schöne daran ist, dass wir mit einer freien Produktion in einem festen Haus arbeiten können», sagt Tobias Spori, bis zum Sommer 2014 Tänzer am Theater St. Gallen, inzwischen mit seiner Partnerin Ann Katrin Cooper als «Gemischtes Doppel» aktiv; zusammen haben die beiden auch das Panorama Dance Theater gegründet. «Moderne Pilger», ein Tanzstück mit und an Bungeeseilen in der Kletterhalle, und die Alpsteinperformance «Echos» am Berg und auf der Bollenwees waren im vergangenen Jahr zwei ihrer Produktionen; «Echos» war zudem ein Härtetest: zweieinhalb Stunden steiler Aufstieg, Proben bei Wind und Wetter, Nächte im Zelt. «Ein Tänzer ist nicht automatisch ein ausdauernder Wanderer», weiss Tobias Spori.

Über Sparten hinweg denken

Beide mögen es, (Denk-)Schubladen zu öffnen, Tanz und andere Kunstformen oder wissenschaftliche Disziplinen miteinander in Kontakt zu bringen. Das mehr denn je, seit sie nicht mehr am Theater arbeiten – Ann Katrin Cooper war bis 2014 als Leiterin Kommunikation unter anderem für die Festspiele tätig. «Das Theater ist ein geschlossener Kosmos, der einen sehr absorbieren kann», sagt sie. «Man merkt erst, wie viele Türen sich öffnen, wenn man weggeht», fügt Tobias Spori hinzu. Als «Freie» nutzen sie Kontakte aus der Zeit am Theater und knüpfen permanent neue – derart reich ist die Ostschweizer Kulturszene. Viele lassen sich als «Kollaborateure» gewinnen; wenn nicht gleich für Extremprojekte wie «Echos», dann für ihr neues Veranstaltungsbaby: die «épisodes culturels» an wechselnden Orten. Nach der Grabenhalle und der Militärkantine wird es am 13.3. die Kunsthalle sein; für das Volksbad laufen schon Planungen.

Man trifft sich ... mit Bratwurst

Hier tun sich Künstler unterschiedlicher Sparten zusammen, zeigen Episoden ihres Schaffens, die allein keinen Abend füllen, zusammen aber ein inspirierendes Ganzes ergeben. Oft ergeben sich ihre Auftritte zufällig; «der Schauspieler Philipp Langenegger zum Beispiel stand an der Olma neben uns bei der Brodworscht-Verteilete, und so kamen wir ins Gespräch», sagt Ann Katrin Cooper. Auch die Riklin-Brüder waren gleich zu haben für die Kunsthalle; sie treffen am kommenden Sonntag auf Tanz, Text, Gesang, Cello, Akkordeon.

Sitz des Vereins Gemischtes Doppel ist eine Altbauwohnung im Riethüsli: zwei grosse Schreibtische, an denen sich die beiden, wenn Tobias nicht trainiert, unterrichtet oder in Zürich am Proben ist, auch tief in die Augen schauen können. Ann Katrin Cooper lacht. «Wir sind so verschieden! Deshalb passen wir gut zusammen. Was der eine vielleicht nicht wagen würde, kann der andere. Was uns eint, ist die Lust, Dinge einfach mal anzufangen – nicht nur darüber nachzudenken.» Auch deshalb haben sie einen Verein gegründet. Nächstes Projekt, im Sommer: heiraten.

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