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Kammermusik in Meggen: Anklänge an Sommernachtstraum und Zauberlehrling

Das «klang»-Bläserquintett eröffnete die Sommerkonzerte auf Schloss Meggenhorn mit stimmungsvollen Interpretationen. Das reichte von romantischen Zwischentönen bis zu ausgelassenen Tanzrhythmen.
Gerda Neunhoeffer
Fabio di Càsola, künstlerischer Leiter von «klang», vor der fantastischen Szenerie auf Schloss Meggenhorn. (Bild: Pius Amrein, 15. Juni 2018)

Fabio di Càsola, künstlerischer Leiter von «klang», vor der fantastischen Szenerie auf Schloss Meggenhorn. (Bild: Pius Amrein, 15. Juni 2018)

Wie schön, wenn sich Wetter und blühende Natur zur «abendlichen Brise am See» mit einbringen; so war es am Freitag auf Schloss Meggenhorn zum Eröffnungskonzert von «klang», der stilvollen Kammermusikreihe im Schloss-Saal. Die Sommerkonzerte laden zum siebten Mal vor und nach dem Musikgenuss zum Verweilen auf der Terrasse mit dem fantastischen Blick auf See und Berge ein. Dass man sich da mit dem künstlerischen Leiter, Fabio di Càsola, anderen Künstlern und Besuchern unterhalten kann, macht diese Konzerte zu einem kleinen Fest für alle Sinne.

Klarinettist Fabio di Càsola ist aber nicht nur künstlerischer Leiter, er spielt selber in den verschiedenen Besetzungen mit, am Freitagabend im «klang»-Bläserquintett mit Werken von Danzi, Mendelssohn und Taffanel. Hätte Felix Mendelssohn-Bartholdy sein Streichquartett Es-Dur op. 12 Nr. 1 in der Fassung für Bläserquintett gehört, wer weiss, ob er nicht auch für diese Formation komponiert hätte. Was die im Halbkreis stehenden Musiker an Klangfarben entfalteten, gab ganz neue Stimmungen.

Ein «Stück der Zwischentöne»

Der französischer Oboist und Dirigent David Walter hat das Streichquartett für fünf Bläser so arrangiert, dass es noch mehr wie ein «Stück der Zwischentöne» klang, wie Flötist Kaspar Zehnder es bezeichnete. Und die Flöte war nicht der ersten Violine gleichgesetzt, auch Oboe und Klarinette übernahmen die Oberstimme.

Aber Mendelssohn blieb unverkennbar, und die gesanglichen Themen im ersten Satz verbanden sich in den Bläserfarben zu orchestraler Dichte. Die tänzerisch kurzen Töne in der Canzonetta kamen besonders zur Geltung, die Anklänge an den «Sommernachtstraum» waren nah.

Faszinierend, wie die Bläser das «Piziccato» umsetzten. Wie Michael von Schönermark das Fagott samten wie ein Cello im Andante tönen liess oder wie Mischa Greulls Horn golden warm klang, das war zauberhaft. Klar artikuliert setzte Silvia Zabarella die Oboentöne über die dunklen Flötenmelodien, und Fabio di Càsola übernahm Themen ebenso klangschön wie Begleitfiguren. In waghalsigem Tempo stürzten sich die fünf Bläser in das Finale, das sie über virtuose Unisono-Läufe wieder in die Themen des ersten Satzes überleiteten.

Hörbar von Mozart beeinflusst

Im Quintett g-Moll op. 56/2 von Franz Danzi, der als Wegbereiter der Romantik gilt, spielten sie die hörbar von Mozart beeinflusste Musik voller müheloser Virtuosität. Von prägnanten Akkorden und perlenden Läufen, die von einem Instrument zum nächsten wechselten, lebte das Allegro. Das feine Zusammenspiel überzeugte, nur bisweilen war der Klang der Oboe etwas dominant.

Das Quintett g-Moll von Paul Taffanel (1844-1908) bot den Bläsern viele Optionen, Klangfarben zu variieren, elegische Melodien wechselten mit scharf punktierten Sequenzen. Nach dem getragenen Thema im Andante, weich vom Horn gespielt und ebenso aufgenommen von den anderen, entfalteten sich im Vivace eulenspiegelhafte, spritzige Tonfolgen.

Und immer wieder gab es Anklänge an den «Zauberlehrling» von Paul Dukas, die wunderbar übermütig ausgespielt wurden. Geradezu opernhafte Szenen konnte man sich in den Sonnenlichtspiegelungen im Saal ausmalen. Dass man auch mal Vogelgezwitscher hören konnte, passte gut zu den Klängen der Bläser, die sich in der Zugabe noch von ganz anderer Seite zeigten. Die «Three Shanties» von Malcolm Arnold mit südamerikanischen Rhythmen und leicht schrägen Klängen brachten die zahlreichen Zuhörer zum Schmunzeln.

Für die beiden Konzerte heute um 11 Uhr und 17.45 Uhr gibt es noch Karten. www.klang.ch.

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