Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ANKAUFSKOMMISSION: Welche Kunst für den Thurgau und warum?

Die Sammlung des Kunstmuseums Thurgau wächst Jahr für Jahr. Doch wer kauft neue Werke an und nach welchen Kriterien?
«Moonboots» der Thurgauer Künstlerin Sarah Hugentobler, Fotografie s/w auf Alu, Kunstmuseum Thurgau. (Bild: PD)

«Moonboots» der Thurgauer Künstlerin Sarah Hugentobler, Fotografie s/w auf Alu, Kunstmuseum Thurgau. (Bild: PD)

Ein Kunstmuseum ist mehr als ein Archiv: Es zeigt, was war, und es zeigt, was neu ist. Das Thurgauer Kunstmuseum in der Kartause Ittingen tut dies auch. Wer kauft Bilder, Objekte, Videos? Bis 2012 ausschliesslich Musems­direktor Markus Landert. Die 90000 Franken jährlich, fester Teil im Kantonsbudget, mussten reichen für die zwei Sammelschwerpunkte Naive Kunst und zeitgenössische Kunst aus der Region. Dann kamen 100000 Franken aus dem Lotteriefonds hinzu. Damit werden Werke von Künstlern angekauft, die im Thurgau leben oder einen engen Bezug zum Kanton haben.

Nicht Landert entscheidet darüber, sondern die Ankaufskommission des Museumsbeirats: Kunsthistorikerin Katharina Ammann, Künstler und Dozent Alex Hanimann und Hans Jörg Höhener, Präsident der Kulturkommission Thurgau. Angeregt hat die Kommission Richard Tisserand, Kurator des Kunstraums Kreuzlingen. «Wir beobachten unsere Kunstszene genau, gehen in Ateliers und Galerien und schliessen Lücken in der Sammlung», sagt Höhener. «Aber nicht fürs Depot; die Werke sollen möglichst rasch sichtbar sein wie in der laufenden Ausstellung.»

«Die Ränder der Kunst sind spannend, aber heikel»

«Ein Ankauf ist die beste Förderung für einen Künstler», sagt Landert. Was, wenn die Kommission Werke in einer Galerie ankauft und nicht direkt beim Künstler? «Galerien tun etwas für die Künstler, verkaufen für sie», sagt Höhener. Was, wenn sich ein Künstler übergangen fühlt? «Wir beobachten alle Künstler, fordern oft Dossiers an, wählen aber nicht statistisch aus. Die Qualität steht im Vordergrund, ist aber nicht allein ausschlaggebend.» Weitere Kriterien sind: Was hat Bestand über den Moment hinaus? Was ist repräsentativ für das Kunstschaffen im Kanton? «Die Ränder der Kunst sind am spannendsten, aber auch am heikelsten», sagt Höhener, ehemaliger Lehrer und Präsident der Thurgauischen Kunstgesellschaft, der sich als Laie bezeichnet.

Was, wenn die Kommission Werke des verstorbenen Max Ammann ankauft? «Als wir welche in der Galerie Adrian Bleisch in Arbon kauften, trat seine Tochter Katharina natürlich in den Ausstand.» Auch Museumsdirektor Landert hat Max Ammann gekauft und noch zu Lebzeiten Werke geschenkt bekommen; ähnlich verhielt es sich bei Urs Graf. «Diese Mischung ist nicht glücklich und für den Ausstellungs­besucher nicht ersichtlich», sagt Hans Jörg Höhener.

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Gespräch und Ausstellung

• Di, 20.3., 19 Uhr: Feierabend im Museum: Wer kauft was?

• Neue Kollektion: Bis 22.4.

Mo–Fr 14–17, Sa/So 11–17 Uhr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.