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An den Mendelssohn-Tagen kann man auch Musik der hochbegabten Schwester Fanny hören

Gemäss dem Motto «Mendelssohn und die Frauen» bietet das Festival zehn Tage mit Musik von und rund um den Komponisten.
Anna Kardos
Im Rampenlicht: Harfenistin Anaïs Gaudemard. (Bild: Miguel Bueno)

Im Rampenlicht: Harfenistin Anaïs Gaudemard. (Bild: Miguel Bueno)

Liebe und Musik gehörten für den Komponisten Felix Mendelssohn zusammen: «O schick mir ein Lied! (...) Womöglich ein Liebeslied. Oder lieber gleich ein paar! Ich will sie gleich komponieren», schrieb er in einem Brief an seinen Freund. Und wo es um Liebe geht, da sind oft auch die Frauen nicht weit. «Mendelssohn und die Frauen» heisst das diesjährige Thema der Mendelssohn-Tage Aarau. Und gemäss des intimen Mottos gibt es am zehntägigen Festival viele kleine und feine Formen zu entdecken: Lieder, Kammermusik, Sonaten. Schon das Eröffnungskonzert (1.11.) lädt ein ins Haus der Mendelssohns, wo Sonntags die Familie dem Geschwisterpaar Fanny und Felix lauschte.

Denn ob Fanny, ob Felix – hochbegabt waren beide. Als Kinder nahmen sie gemeinsam Klavierunterricht bei den besten Lehrern der Zeit. Dass später beide Komponieren lernten, war für Bruder wie Schwester eine Selbstverständlichkeit: 1809 schrieben sie gemeinsam ihre ersten Lieder, die sie dem Vater zum Geburtstag schenkten.

Jenem Vater, der wenige Jahre später an Fanny schreiben wird: «Die Musik wird für ihn [Felix] vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbass Deines Seins und Tuns werden kann und soll.» Ab dann musste sich die Hochbegabte häuslichen Aufgaben. Ihrem Bruder Felix blieb sie dennoch lebenslang eine enge Bezugsperson. An den Mendelssohn-Tagen bekommen Fanny Hensels Werke ein Publikum, wie sie es schon zu Lebzeiten der unfreiwilligen Hobbymusikerin verdient hätten. Etwa ihr Klaviertrio d-Moll Op.11 (am Eröffnungskonzert am 1.11.) oder ihre Lieder, die im Konzert des Argovia Philharmonic mit Jan Willem de Vriend, dem renommierten Dirigenten für historische Aufführungspraxis in den besten Händen sind (ab 1.11.).

«Für einmal dreht sich nicht alles um einzelne, grosse Werke, statt dessen kann man Verschiedenes entdecken und Mendelssohn aus verschiedenen Perspektiven kennen lernen», erklärt Co-Leiter Christian Weidmann. Dazu gehören auch Projekte wie «Aarau singt», wo man sich sogar als Laie fast ein wenig wie Mendelssohn fühlen darf, wenn man innert zweier Tage ein Programm einstudiert und singend vorträgt (am 2.11.). «Wir möchten die Scheinwerfer auf das reiche Musikleben im Raum Aarau richten», betont Co-Leiter Christian Weidmann.

Im Scheinwerferlicht stehen auch junge Musiker wie die Pianistin Claire Huangci, der Geiger Marc Bouchkov oder Anaïs Gaudemard. Die junge, französische Harfenistin wird in Aarau zeigen, welche Klangfülle auf ihrem nicht alltäglichen Instrument möglich ist.

Die Ausstellung «Clara und Felix» des Mendelssohn-Hauses sowie ein vom Tango inspirierter Mendelssohn Nuevo runden das Programm ab. Gemäss Mendelssohns Worten: «Ich darf kein Tagebuch führen, sonst würde ich etwas weniger erleben, das will ich aber nicht, sondern alles mitnehmen, was sich mir darbietet!» Anna Kardos

1. bis 11. November in Aarau an diversen Orten: www.mendelssohntage.ch

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