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Am liebsten näht er Vorhänge

Gallus Ruf arbeitet zwar schon seit 37 Jahren im Theater St. Gallen. Im Publikum sieht man ihn allerdings selten – er ist nämlich gehörlos, was etwas anderes sei als taubstumm, betont er.
Hansruedi Kugler
Virtuos an der Nähmaschine: Gallus Ruf vom Handwerker-Team. (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))

Virtuos an der Nähmaschine: Gallus Ruf vom Handwerker-Team. (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))

Gallus Ruf arbeitet zwar schon seit 37 Jahren im Theater St. Gallen. Im Publikum sieht man ihn allerdings selten – er ist nämlich gehörlos, was etwas anderes sei als taubstumm, betont er. Er liest von den Lippen und spricht – gewöhnungsbedürftig, aber die Verständigung mit den Arbeitskollegen laufe reibungslos, sagt er. Zusammen mit drei Schreinern, drei Malern und einem Schlosser bildet er das Handwerkerteam hinter den Kulissen.

Kunstleder für «Eugen Onegin»

Sein Einzelatelier im Untergeschoss des Theaters ist geräumig und dank Naturlichts hell. Hier schneidet und näht Gallus Ruf Vorhänge, Zugvorrichtungen und schwere Bodentücher, hier polstert und bezieht er alle möglichen Sitzmöbel. Zum Beispiel die Chesterfield-Bänke aus Kunstleder mit Abheftknöpfen für «Eugen Onegin». Auf dem Ateliertisch liegt ein Voile-Vorhang: 5,5 Meter hoch und 9 Meter breit ist dieser: Hinter dem transparenten Vorhang müssen einige Figuren in «Eugen Onegin» als Silhouetten erkennbar sein. «Eine schöne Arbeit», sagt er. «Der Stoff ist leicht und geschmeidig.» Besonders stolz war er auf den aufwendig drapierten Hauptvorhang in der «Fledermaus». Der musste sich beim Hochziehen mühelos einfalten.

Auch zu Hause Vorhänge genäht

Bei sich zu Hause in Wittenbach, wo er mit seiner Familie wohnt, hat Gallus Ruf nicht nur alle Vorhänge selbst genäht, auch die Sofas hat er selbst bezogen. In seiner Freizeit treibt Ruf gerne Sport: Velofahren, Skifahren, Wandern. Und lachend erwähnt er: Als einer der wenigen im Theater habe er jeweils um 17.30 Uhr Feierabend.

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