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Hörbar Rock: Am letzten Ferientag aufs Meer schauen

Die neusten Alben: Beirut plätschert, Balthazar groovt und die Goldenen Zitronen krachen.
Michael Graber
Leider nicht so mitreissend: Beirut: Gallipoli (4AD / Beggars / Musikvertrieb)

Leider nicht so mitreissend: Beirut: Gallipoli (4AD / Beggars / Musikvertrieb)

Zach Condon weckt wieder das Fernweh. Auf «Gallipoli» verwebt der Amerikaner folkige Melodien mit worldigen Bläser­sätzen und allerlei weiteren Instrumenten – unter anderem eine Farfisa-Orgel. Heraus kommt ein sanft plätschernder Sound, der nach und nach seinen Sog entwickelt und den Zuhörer auf Reisen rund um den Globus schickt. Oft klingt die neue Beirut-Platte so, als würde man am letzten Ferientag am Meer stehen und etwas wehmütig und doch glücklich auf die Wellen schauen. So richtig mitreissend wie es Condon noch auf «Gulag Orkestar» und «The Flying Club Cup» war, wird «Gallipoli» aber leider nie. Das Dringliche dieses Sounds vermisst man doch etwas.

Sie liefern sexy Disconummern: Balthazar: Fever (PIAS/Musikvertrieb)

Sie liefern sexy Disconummern: Balthazar: Fever (PIAS/Musikvertrieb)

Wo Beirut plätschert, da groovt Balthazar. Mit viel Bass wirken die Belgier fast schon tanzbar. Die Melancholie ihrer früheren Platten schwingt zwar noch sanft mit, doch etwa «I’m Never Gonna Let You Down Again» ist eine richtig sexy Disconummer. Da kann man nach drei Glas schweren Rotweins bestens dazu schwofen – vieles in den Texten dreht sich um Anziehung, Begehren und Lust. Die beiden Sänger Maarten Devoldere und Jinte Deprez hatten sich in letzter Zeit vermehrt ihren Soloprojekten gewidmet und offensichtlich viele der gemachten Erfahrungen nun mit in die Band genommen. Diese Balthazar-Platte macht richtig Freude. Und vor allem groovt das Ding unglaublich.

Da wummerts wuchtig: Die Goldenen Zitronen: More Than A Feeling, (Buback)

Da wummerts wuchtig: Die Goldenen Zitronen: More Than A Feeling, (Buback)

Es kratzt und kracht, wenn die Goldenen Zitronen zur Gesellschaftskritik ansetzen. Es sind kluge Beobachtungen der Welt aus linker Optik. Böse sind sie in ihren Schlüssen und Kommentierungen. «Es kam, wie es kommen musste. Alle kannten ihre Rolle», bilanzieren sie trocken zu den G20-Ausschreitungen 2017. Dazu hämmert ein Beat und es wummert wuchtig. Die Hamburger haben ihren Punk in die moderne Zeit mitgenommen.

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