Am Ende einer Warteschlaufe

Ein Jahr lang musste die St. Galler Band Bright auf die Veröffentlichung ihres zweiten Albums warten. Heute wird das in Schweden aufgenommene «More In Every Day» in der Grabenhalle getauft.

David Gadze
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Jetzt kommt Licht ins Dunkel: Heute können die St. Galler Bright endlich ihr zweites Album präsentieren. (Bild: pd/Clarissa Schwarz)

Jetzt kommt Licht ins Dunkel: Heute können die St. Galler Bright endlich ihr zweites Album präsentieren. (Bild: pd/Clarissa Schwarz)

Bright sitzen in ihrem Proberaum und strahlen um die Wette. Allein die Gesichter von Stefan Eberhard (Gesang, Gitarre), Reto Langenegger (Gitarre), Alwin Büchler (Bass) und von Dani Eberhard (Schlagzeug) sprechen eine deutliche Sprache: Es herrscht eine riesige Erleichterung und eine noch grössere Freude, dass ihre zweite Platte endlich das Licht der Welt erblickt. Ein Jahr lang musste die St. Galler Band darauf warten, um «More In Every Day» veröffentlichen zu können.

Ein Jahr, in dem das fertige Album von der Öffentlichkeit ungehört vor sich hin schlummerte – bis es Bright gelungen ist, ein Plattenlabel für ihren Silberling zu finden.

Viel Freiraum

Schon auf ihrem Début «What If Tomorrow», das vor rund drei Jahren erschienen war, deuteten Bright ihr Potenzial und ein feines Gespür für Melodien an.

Doch die Band wirkte wie eine Fussballmannschaft, die bereits von der ersten Minute an nicht weiss, ob sie auf Sicherheit spielen oder in den Angriff gehen soll und dementsprechend hilf- und orientierungslos auf dem Platz herumirrt. Die Platte funktionierte nicht als Einheit, vieles war noch Stückwerk – was damit zu tun hatte, dass es eher eine Sammlung von Songs aus den Anfangstagen der Gruppe war als ein kohärentes Album. «Diese Platte war dennoch sehr wichtig für uns», erklärt Reto Langenegger.

«Sie hat viel verändert und uns Dinge gezeigt, die wir noch nicht kannten. Als Musiker und als Band sind wir daran gewachsen.»

Damals hätten sie gelernt, dass weniger oft mehr ist. Eine Erkenntnis, die offensichtlich auch in den Nachfolger geflossen ist. Denn auf «More In Every Day» sind Bright hörbar gereift. Es ist ein angenehmes Indie-Pop-Album, das ohne Ausreisser und ohne grosse Gesten auskommt, das zwar einige Ecken und Kanten mehr vertragen könnte, aber in

sich stimmig ist und durch bewusste Reduktion genügend Freiraum lässt, damit sich die Songs entfalten können.

Ein kostspieliges Abenteuer

Der Weg war jedoch ein steiniger. Noch ohne Plattenvertrag und – wie sich später herausstellen sollte – von falschen Versprechungen in die Irre geführt, entschlossen sich Bright, die Aufnahmen zu ihrem zweiten Silberling selbst in die Hand zu nehmen. Für die Kosten mussten die Musiker grösstenteils selbst aufkommen.

Ein kostspieliges Abenteuer, das sie jedoch nicht bereuen: «Es war ein Schritt nach vorne, den wir unbedingt gehen wollten und der für unsere Entwicklung enorm wichtig war», meint Alwin Büchler.

Das richtige Gefühl

Bereits Anfang 2008 hatten Bright mit der Arbeit an ihrem zweiten Album begonnen. Mit Lukas Schaller (Gitarrist von Dada Ante Portas) hatten sie eine Vorproduktion gemacht und das Material ein erstes Mal gebüschelt.

Im Herbst desselben Jahres zog sich die Gruppe für einen Monat in die schwedische Stadt Gävle zurück, um mit dem Produzenten Andreas Ahlenius, der vor allem durch seine Arbeit mit Saybia bekannt ist und auch Dada Ante Portas unter seinen Fittichen hatte, ihrer neuen Platte den Feinschliff zu verpassen.

Während eines Monats lebten Bright mit Ahlenius in dessen 200 Jahre altem Landhaus und arbeiteten Tag für Tag an den Songs. «Es ging ihm nie um Perfektion, sondern um das richtige Gefühl», erzählen die Bandmitglieder.

Es sei die beste Erfahrung ihres Lebens gewesen, sind sich die vier Musiker einig.

Heiss auf Konzerte

Dass sie nun, rund ein Jahr nach der Fertigstellung ihres Tonträgers, die Spannung erneut aufbauen müssen, scheint für die Band kein Problem zu sein. «Wir stehen immer noch 100 Prozent dahinter», meint Reto Langenegger, während Stefan Eberhard ergänzt: «Das Gefühl für die Songs haben wir in der Zwischenzeit nicht verloren. Und wir sind heiss darauf, die neuen Stücke live spielen zu können.»

Plattentaufe heute Fr, Grabenhalle St. Gallen, 22 Uhr (Tür 21 Uhr), Bright: «More In Every Day», Greenhorn Records/Monkey Music

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