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Spannende Zeitreisen -
Alte Musik unter neuer Führung

Michael Wersin, in St. Gallen als Musiker und Dozent in der katholischen Kirchenmusik tätig, ist im reformierten St. Mangen neuer künstlerischer Leiter von «Alte Musik St. Gallen». Er will den Zyklus noch hochkarätiger ausrichten.
Martin Preisser
Michael Wersin: Eben in Musikwissenschaft promoviert. (Bild: Urs Bucher)

Michael Wersin: Eben in Musikwissenschaft promoviert. (Bild: Urs Bucher)

Was kann Alte Musik dem Hörer heutzutage bieten? «Sie ist zunächst unmittelbares Klangerlebnis, spiegelt mit Form und Inhalt aber auch unsere Kulturgeschichte wider», sagt Michael Wersin. Neu hat er von der Organistin Verena Förster die Leitung des seit 1985 bestehenden «Forums Alte Musik» übernommen. Förster arbeitet aber weiterhin im Vorstandsteam mit. «Alte Musik St. Gallen» heisst die Reihe neu. Man kennt Wersin als Musiker der katholischen Dommusik, als Dozent der Diözesanen Kirchenmusikschule und als Autor, etwa über Bach oder Schubert. Vor kurzem machte er seinen Doktor in Musikwissenschaft.

Wersin will das bewährte Format nicht völlig umkrempeln oder neu erfinden. Was aufgebaut wurde und sich in St. Gallen verwurzelt hat, soll beibehalten werden. Dank eines grosszügigen Beitrags der Dietschweiler-Stiftung will Wersin aber vermehrt hochkarätige Ensembles in die Kirche St. Mangen holen und damit zusätzlich zum Stammpublikum neue Zuhörerkreise erschliessen.

Mathematik und Emotionalität in der Musik

So finden sich im neuen, fünfteiligen Programm von «Alte Musik St. Gallen» neben regionalen Interpreten auch solche mit international hohem Ansehen. Morgen präsentiert das Huelgas-Ensemble unter Paul van Nevel Musik von Guillaume Dufay.

Der franko-flämische Meister steht am Übergang vom mittelalterlichen Denken zum Beginn unseres Musikverständnisses. «Mathematik und Emotionalität» ist der Abend überschrieben: Dufays Musik ist so sinnlich-farbig wie durchstrukturiert. Mit dem Huelgas-Ensemble ist jedenfalls Renaissance-Musik auf höchstem Niveau zu erwarten.

Immer mit Einführung, aber ohne Eintritt

Die Reihe ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zu Alter Musik. Der Eintritt ist frei, und es gibt jeweils eine Einführung. Das neue Programm bietet eine Zeitreise durch die Epochen bis zur Romantik. Auch hier existiert «Alte Musik», heisst auf historischen Instrumenten gespielte. Das Prager Collegium 1704 unter Václav Luks ist am 17. Fe­bruar mit zwei Perlen zu Gast: Mozarts «Gran Partita» und Dvořáks Streicherserenade. Beide Werke werden auf Instrumenten ihrer Zeit gespielt. «Auch im 19. Jahrhundert hat man noch die unterschiedlichen Klangfarben von Tonarten erlebt, denn die Instrumente waren nicht darauf ausgelegt, über die ganze Skala ihres Tonvorrates hinweg exakt gleich zu klingen», sagt Musikwissenschafter Michael Wersin. Das Spiel auf historischen Instrumenten mache dies wieder erfahrbar.

Der Leiter mit eigenem Ensemble

Wersin selbst ist mit einem eigenen, für die aktuelle Alte-Musik-Reihe gegründeten Ensemble zu hören. Unter dem Titel «Locke unlocked» präsentiert es englische Consort-Musik, neben Locke auch von Purcell (10.2.). «Zu den reizvollsten Merkmalen des Consort-Spiels gehört die faszinierende Ruhe und Gesammeltheit der musikalischen Ausstrahlung», verspricht der Flyer. «Klanglich wie harmonisch dicht und darum sehr intensiv» sei diese Musik, sagt Wersin.

Geistliche Lieder von Bach und Schemelli (24.2.) bilden ein weiteres Rezital, das Entdeckungen bereithält, genauso wie der Abend auf der Orgel von St. Mangen. Der bekannte Organist Jean-Claude Zehnder entführt dann in die thüringisch-sächsische Orgeltradition (3.3.).

Start der Reihe: So, 3.2., 17 Uhr, St. Mangen, St. Gallen (Einführung 16 Uhr, Musikgeschäft Notenpunkt), amsg.ch

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