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Alles für die Kunst

«Tatort»

Alle zehn Jahre wieder stellen internationaleKünstleran den Skulptur-Projekten Münster im Stadtraum neue Skulpturen auf. Manches Werk, etwa die riesigen Billardkugeln von Claes Oldenburg («Giant Pool Balls»), sind inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt, auch wenn Bürger, die das anders sehen, schon versuchten, sie im benachbarten See zu versenken.

In diese Tradition des Kunstvandalismus reiht sich der Münsteraner «Tatort» um Frank Thiel und Prof. Karl-Friedrich Boerne ein – und setzt noch einen drauf. Vor der Eröffnung der Skulptur-Projekte sorgt ein Serienmörder für ein nicht kuratiertes makabres Zusatzprogramm, das man im Programmheft mit den Worten des nach Münster geladenen Aktionskünstlers G.O.D. als «die Transformation trivialer menschlicher Hässlichkeit in etwas Schönes» umschreiben könnte. Zum künstlerischen Akt gehört, dass ein xenophober Blogger mumifiziert in einem Schlauchboot vor einem Flüchtlingsheim sitzt, kontextualisiert mit einem Gandhi-Zitat.

Während Boerne vom nervlich angespannten G.O.D. als Meisterschüler angenommen wird, nachdem dieser in einem Ritus Boernes Familienbonsai entflammt hat, und sich die Egos der Männer beim Kampf um Ruhm und Unsterblichkeit sekundieren, gestalten sich die Ermittlungen als schwierig.

Diese «Tatort»-Ausgabe lässt die Polizeiarbeit famos ins Messer der offenen Strukturen der Kunstwelt rennen. Mit Verhören, die zum philosophischen Zwiegespräch geraten. Und in denen Künstler Falschinformationen geben, um eine spannende «Bedeutungsverschiebung» zu erreichen.

Julia Stephan

Hinweis

Tatort: «Gott ist auch nur ein Mensch». Heute, 20.05 Uhr, SRF 1.

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