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Alle gegen Woody Allen

Randnotiz

Wenn in der Nacht auf Montag die Oscars verliehen werden, wird Woody Allen – 82 Jahre alt und vierfacher Oscar-Preis­träger – nicht vor Ort sein. Wieso auch? Sein aktuelles Werk «Wonder Wheel» ist in keiner Kategorie nominiert. Mit sechs Nominationen, darunter die für den besten Film, wurde hingegen Paul Thomas Andersons jüngster Streich, «Phantom Thread – Der seidene Faden», bedacht. Während in Allens Film eine starke Kate Winslet eine starke Kellnerin spielt, die den oberflächlichen Komplimenten eines hübschen Bademeisters verfällt, mimt in Andersons Drama Daniel Day-Lewis einen narzisstischen Designer, der seine wechselnden jungen Musen mit seiner Manieriertheit tyrannisiert.

Nun hat sich Hollywood inmitten der MeToo-Debatte gerade mal wieder auf Woody Allen eingeschossen. Die alten Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, die nie erhärtet werden konnten, sind erneut auf dem Tisch. Schauspieler, die sich einst um Rollen in Allens Filmen rissen, wenden sich öffentlich von ihm ab. Der Jubel aber über «Phantom Thread», der einem selbstverliebten Macho huldigt, der sich beim Anblick kauender Frauen ekelt, der könnte grösser nicht sein.

Seltsam nur, dass «Wonder Wheel» in Allen’scher Manier den Frauen einmal mehr ein liebevolles Denkmal setzt, derweil diese bei Anderson zu Gift greifen müssen, um sich zu behaupten. Nur scheint das niemandem aufzufallen. Aber Filmkritik hat ja neuerdings auch wieder linientreu zu sein.

Susanne Holz

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