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ALBUM-KRITIK: Nicolas Senns neue CD: Er wagt sich nicht ans Experimentieren

Auf seiner dritten CD «Sennemusig» präsentiert Nicolas Senn ausschliesslich eigene Kompositionen. Frisch und virtuos ist sein Hackbrettspiel, ganz in der Tradition, aber ohne Ausflüge in innovativere Klänge.
Hackbrettspieler Nicolas Senn. (Bild: Mareycke Frehner)

Hackbrettspieler Nicolas Senn. (Bild: Mareycke Frehner)

Zäuerli, Polka, Schottisch oder Marsch: Nicolas Senn, der junge, erfolgreiche Werbeträger der Appenzeller Volksmusik, setzt auf seinem neuen Album «Sennemusig» ganz bewusst und ganz gekonnt auf die Tradition, auf das, was man gemeinhin erwartet, wenn man an Hackbrett denkt. Sein Zugang zu dieser Tradition ist frisch, ganz unverkrampft, kräftig und meist konventionell. Das Hackbrett klingt unter Nicolas Senns Händen immer hell, farbig, einfach ganz da und ganz mit dabei. In fünfzehn Eigenkompositionen steckt der gebürtige Thurgauer das musikalisch ab, was seine jetzige Appenzeller Heimat gemeinhin auszumachen scheint. Die Nachbarskatze in Gais, der Kafi Biberflade (das ist der mit dem Appenzeller Alpenbitter), der Käse, der Seealpsee. Kurz: All das, was sich der Hörer an Appenzeller Heimatgefühl und Volksmusikromantik eben so wünscht.

Seit über zwanzig Jahren begleitet Nicolas Senn das Hackbrett, seit er es als Siebenjähriger begonnen hat zu lernen und es ihn nicht mehr losgelassen hat. Diese lange Erfahrung hört man, wie auch die Präzision und Virtuo­sität.

Schwungvoll und rassig macht er Musik, flüssig und behände, im Trio, in traditionellen Appenzeller Formationen, aber auch in einer Nummer mit einem klassischen Klaviertrio, dem Zürcher Trio Fontane.

Kaum ein Ausbrechen aus festen Grundgerüsten

An innovativere Klänge oder gar ein wenig ans Experimentieren wagt sich Nicolas Senn allerdings nicht. Nur ganz minim und selten bewegt er sich aus dem festen Gerüst der musikalischen Tradition. Nur ganz schnell bricht er mal aus den festen Grundhar­monien der Appenzeller Musik heraus. Und wenn er das tut, wie etwa in einem Solo-Zäuerli, das einen doch einmal etwas hintergründigeren Mittelteil präsentiert, dann wird es für ein paar Momente spannend.

Nicolas Senn kann Hackbrett spielen, und er präsentiert seine Musik und sein Instrument mit einer sympathischen Direktheit. Aber er hätte auch das Zeug, Ungewohnteres zu wagen, sich aufs Improvisieren oder aufs überraschende Experimentieren einzulassen. Selbst wenn es dann mal ein bisschen weniger hörfällig daherkäme. Solche ungewohnteren Klänge, die das traditionell Appenzellische mit Säntisfahnen- und Seealpsee-Romantik für einmal ein wenig in den Hintergrund treten lassen, wünscht man sich von diesem jungen, dynamischen Hackbrettspieler auf der nächsten CD.

Martin Preisser

martin.preisser@tagblatt.ch

Bezug: nicolassenn.ch

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