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Alain Berset glaubt nicht an eine Kino-Krise

Der Bundespräsident stärkt am Filmfestival Locarno dem Filmstandort Schweiz den Rücken und verrät, wie er die internationale Sichtbarkeit des hiesigen Filmschaffens fördern will.
Lory Roebuck
Alain Berset zeigte sich zuversichtlich, was die Aussichten der Schweizer Filmbranche betrifft. (Bild: Peter Klaunzer/KEY)

Alain Berset zeigte sich zuversichtlich, was die Aussichten der Schweizer Filmbranche betrifft. (Bild: Peter Klaunzer/KEY)

In den Schweizer Kinosälen herrscht diesen Sommer – auch WM- und wetterbedingt – Flaute, und von einem weiteren Schweizer Kinohit wie «Die göttliche Ordnung» fehlt bislang jede Spur. Den Ausdruck «Kino-Krise», wie eine Schweizer Sonntagszeitung kürzlich titelte, wollte Bundespräsident und Kulturminister Alain Berset gestern allerdings nicht in den Mund nehmen.

Im Gegenteil: Bei einer Pressekonferenz am Filmfestival in Locarno zeigte sich Berset zuversichtlich, was die Aussichten der Schweizer Filmbranche betrifft. Dank der vor zwei Jahren beim Bundesamt für Kultur (BAK) lancierten Filmstandortförderung Schweiz liefen Koproduktionen zwischen der Schweiz und dem Ausland wieder besser. Das BAK hat 2017 solche Filmprojekte mit rund 9 Millionen Franken unterstützt, was laut Berset Invesititionen von ca. 50 Millionen Franken in der Schweiz zur Folge hatte. «Kultur ist ein Innovationsmotor, der wirtschaftlichen Mehrwert generiert», betonte der Bundespräsident.

Schweiz kandiert für die Filmpreisverleihung

Im Hinblick auf die neue Kulturbotschaft für die Jahre 2021-2024, die im Frühling 2019 in die Vernehmlassung geht, stärkte Berset dem Filmstandort Schweiz abermals den Rücken. Nicht nur die Zahl der internationalen Koproduktionen solle sich erhöhen, sondern auch die Sichtbarkeit der hiesigen Filmbranche. Eine Massnahme dazu: Die Schweiz kandidiert als Austragungsort für die Europäischen Filmpreisverleihung 2021, wie Berset verriet.

Grund zur Sorge gibt es in anderer Hinsicht. Das BAK hat erstmals einen ausführlichen Bericht über die Finanzierung von Schweizer Kinofilmen zwischen 2012 und 2017 erstellt. Das ernüchternde Ergebnis: Weibliche Filmschaffende sind massiv untervertreten. Nur 25 Prozent aller Spielfilme und 29 Prozent aller Dokumentarfilme in diesem Zeitraum wurden von Regisseurinnen realisiert, die – zumindest bei den Dokfilmen – erst noch mit kleineren Budgets (ca. 20 Prozent weniger) auskommen mussten als ihre männlichen Berufskollegen.

Viele Dokumentarfilme, zu wenig Regisseurinnen

Dokumentarfilme sind die bevorzugte Form unter Schweizer Filmschaffenden. Laut BAK-Filmchef Ivo Kummer hat sich die Anzahl der hierzulande realisierten Dokumentarfilme in den letzten fünf Jahren von 25 auf 50 pro Jahr verdoppelt, während die Anzahl Spielfilme jährlich zwischen 25 und 30 liegt.

Kummer äusserte sich auch zu den schwindenden Zuschauerzahlen in den Schweizer Kinos und sagte: «Hat das Kino eine Zukunft? Die Antwort ist heute nicht mehr eindeutig. Aber ich denke, dass das Kino als grosses, gemeinsames und aussergewöhnliches Sinneserlebnis immer eine Zukunft haben wird.»

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