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Airplay in Angola

Dawn Driven Die Rorschacher Band Dawn Driven wird immer öfter für Konzerte gebucht. Der Zufall und gutes Networking haben ihre Musik bis nach Afrika gebracht. Sänger und Manager Marco Bichsel erklärt, wie man sich im Musikbusiness als junge Band Gehör verschafft. Rahel Senn
Dawn Driven: Marco Bichsel (mit Zigarette) sorgt für volle Terminkalender und netzwerkt gekonnt. (Bild: pd)

Dawn Driven: Marco Bichsel (mit Zigarette) sorgt für volle Terminkalender und netzwerkt gekonnt. (Bild: pd)

Mit dem Gips am Bein humpelt Marco Bichsel durch das Café: «Ich hatte einen Skiunfall.» Mit einem Grinsen setzt er sich an einen Tisch. «Es ist nicht mehr so schlimm. Letzte Woche habe ich mit dem Gips sogar ein Konzert gespielt.» Und jetzt erscheint er trotz Handicap zu Fuss zum Interview. Vor dem jungen Mann liegt ein aufgeschlagenes Notizbuch. «Wenn ich warte oder Zug fahre, schreibe ich, oder ich vertiefe mich in Gedanken», sagt der 28-Jährige lachend.

Mit langen Zugfahrten wird er sich künftig abfinden müssen, denn die Konzertanfragen häufen sich, und die Veranstalter melden sich aus allen Teilen der Schweiz, um Dawn Driven zu buchen. Dabei ist die vierköpfige Band noch kein Jahr alt.

Von der Toilette ins Radio

Bichsel ist nicht nur Sänger und Gitarrist der Band, sondern auch Manager. «Mittlerweile sind es die Veranstalter, die auf uns zukommen. Das motiviert», sagt der Rorschacher. Ausserdem gebe es immer wieder traumähnliche Momente: «Einmal war ich bei Radio DRS zu Gast.

» Am nächsten Tag habe er in einem Restaurant die Toiletten geputzt, denn von der Musik könne die Band noch nicht leben: «Im Hintergrund lief das Radio, und während ich putzte, hörte ich mein Interview.» Bichsel arbeitet hart an seiner Karriere. Aber es gibt auch Dinge, die lässt er einfach passieren. «Oft kommt man durch zufällige Kontakte an Leute, die einen in der musikalischen Karriere weiterbringen», sagt er.

Aus einem Zufall sei auch die Zusammenarbeit mit dem jetzigen Produzenten, dem deutschen André Horst, entstanden. «Im Schwarzwald hat er mit uns die erste CD aufgenommen.» Seine Frau sei vom Sound der vier Ostschweizer so begeistert gewesen, dass sie sich prompt als Verlegerin angeboten habe. «Seither sind wir auf der Suche nach dem passenden Label», so Bichsel. Das Musikbusiness sei ein hartes Pflaster. «Es gibt Tausende von Bands, die mit ihrer Musik an die Öffentlichkeit kommen wollen», sagt er.

Weil es viele Stolpersteine gebe, würden viele junge Musiker ihre Karriere an den Nagel hängen. Bichsel: «Es braucht einen starken Durchhaltewillen und Kritikfähigkeit. Am wichtigsten ist ein gutes Produkt, das überzeugt.»

Erste Erfolge auf Radiostationen

Ein gutes Produkt hat die Band auf alle Fälle: Dawn Driven sprechen mit ihren melodiösen Rocksongs den Mainstream an.

Das haben auch die hiesigen Radiostationen gemerkt: Auf Radio Argovia und Radio FM1 sowie dem Oberwalliser Radio Rottu läuft die Single «Last One» bereits.

Ausserdem wurde Dawn Driven letztes Jahr vom Schweizer Online-Musikmagazin Music Lounge zur Band des Monats Oktober gekürt. «Wir wussten nicht einmal, dass wir nominiert waren. Diesen Erfolg haben wir lediglich den Internet-Netzwerken wie MX3, Facebook und MySpace zu verdanken», sagt Bichsel. Über das Internet werde in kürzester Zeit eine breite Öffentlichkeit erreicht.

Deshalb wolle man sich in Sachen Werbung auf das World Wide Web konzentrieren. «Networking ist das A und O für eine Band. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, aber es besteht die Gefahr, dass man in der Überfülle untergeht», sagt der nachdenkliche junge Mann. Dass er ein hervorragender Netzwerker ist, führt er sofort vor, indem er die Journalistin fragt, ob er sie auf der Internetplattform Facebook als Freundin hinzufügen dürfe.

Netzwerke bis nach Angola

Der Erfolg von Dawn Driven hat sich inzwischen bis in den südlichen Kontinent ausgedehnt: In Luanda, der Hauptstadt von Angola, wird die Single der Band im Radio gespielt. «Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn die eigene Stimme Tausende Kilometer weiter weg aus dem Lautsprecher eines Autoradios scheppert,» sagt Bichsel.

Zum afrikanischen Radio sind Dawn Driven durch den Mann der Schwester des Schlagzeugers gekommen: Dieser – ein Angolaner – habe den Kontakt gehabt und die Radioleute von der Musik der Rorschacher Band überzeugt. «Aber eben: Auch diesen Erfolg haben wir dem Networking zu verdanken», sagt Marco Bichsel und lacht. Dann dreht er sich mit dem Gips auf die andere Seite, um das Bein zu entspannen.

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