Hörbar Weltmusik: Hommage an die Talking Heads

Angélique Kidjo veröffentlicht eine Weltmusik-Perle der besonderen Art und Ry Cooder kehrt mit einem Americana-Meisterstück zurück.

Richard Butz
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1980 erschien unter diesem Titel ein Album der New Yorker New-Wave-Band «Talking-Heads», inspiriert von Fela Kutis Afrobeat und inzwischen längst ein Klassiker. Nach fast vier Jahrzehnten kehrt die in Benin geborene Sängerin Angélique Kidjo zu diesem wegweisenden Album zurück und interpretiert die Songs mit ihrer vitalen und warmen Stimme neu. Angetrieben von Kutis einstigem Drummer Tony Allen, angereichert mit satten Bläsersätzen und ergänzt mit Kommentaren in Sprachen ihres Heimatlandes ist diese Hommage an das Original und seinen Schöpfer David Byrne zu einer Weltmusik-Perle der besonderen Art geworden.

Angélique Kidjo: Remain in Light. Kravenworks.

Berührende Rückkehr

Mit diesem lang erwarteten Album kehrt der virtuose Multiinstrumentalist Ry Cooder einmal mehr zu seinen Ursprüngen zurück, also vor allem zum Blues. Lange Zeit bezeichnete er sich als schlechten Sänger. Auf diesem Album beweist er das Gegenteil, so zum Beispiel mit einem tiefgründigen Blues von Blind Willie Johnson, den er eigenständig auslotet. Bewegend ist sein Song «Jesus and Woody», gewidmet der Folklegende Woody Guthrie. Aber auch Gospel und traditionelle amerikanische Lieder lässt er in die elf Stücke einfliessen. Grossartig unterstützt wird Cooder für dieses Americana-Meisterstück von seinem Sohn Joachim am Schlagzeug.

Ry Cooder: The Prodigal Son. Caroline 8151505.

Schweizer Weltoffenheit

Sie sind Schwestern, spielen Kontrabass (Evelyn), Cello (Kristina) und beide Schwyzerörgeli. Ihre musikalischen Grundlagen erhielten sie in der Familienkapelle ihres Vaters. Seither sind sie als Duo unterwegs und verbinden ihren Background mit Musik aus anderen Ländern, so etwa aus Schweden und Finnland. Die dabei gemachten Erfahrungen und ihre Empfindungen setzen sie in einen eigenständigen Sound um. Die Besetzung erscheint auf den ersten Blick als ungewöhnlich, aber gerade darin liegt der Reiz dieses überraschenden Debütalbums, das seinen Titel zu Recht trägt.

Evelyn und Kristina Brunner: Elementar. Im Eigenverlag auf der Homepage erhältlich.