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Lesetipps Fantasy: Für Fans des gepflegten Gruselns

Eine Amerikanerin versetzt klassische Fantasyliteratur nach Westafrika und der Gewinner der World Fantasy Awards lässt in seinem neuen Roman Menschen in die Falle tappen.
Arno Renggli

Afrikanisches Volk retten

24-jährig ist Tomi Adeyemi und hat dieses Frühjahr mit ihrem Erstling «Children Of Blood And Bone» in den USA einen Bestseller gelandet. Der Roman ist nun auch auf Deutsch erschienen. Die Amerikanerin, deren ­Eltern aus Nigeria stammen, erzählt darin von einem fiktiven afrikanischen Land. Protagonistin ist die Teenagerin Zélie, die einer Volksgruppe mit magischen Fähigkeiten angehört. Doch diese wurde vom herrschenden Diktator ausgerottet oder versklavt. Zélie nimmt den Kampf auf, um ihr Volk und seine Magie zu retten. Das Abenteuer beginnt.

Die Geschichte mit ausschliesslich schwarzen Protagonisten wirkt zwar wie klassische Fantasyliteratur, der Handlungsort ist aber vom heutigen West­afrika inspiriert, mitsamt der ­Gewalt, die beschrieben wird. Zur Aktualität gehört auch, dass junge Frauen darin auch einen Kampf um mehr gesellschaftliche Rechte führen. Das rasante und aufwühlende Buch richtet sich genretypisch in erster Linie an ein junges Publikum, ist aber für ältere Leser genauso spannend. Es bietet noch keinen Handlungs­abschluss: Offenbar ist die Geschichte als Trilogie konzipiert, zwei weitere Teile sollen folgen.

Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone. Penguin, 624 S., Fr. 30.–

Seelen tappen in die Falle

Alle neun Jahre öffnet sich in einer schmalen Strasse eines englischen Orts ein Tor und lässt Menschen in den Garten eines noblen alten Hauses. Sie werden freundlich begrüsst, bewirtet, bezaubert. Und dann merken sie, dass ihre Seelen Opfer von gefrässigen Wesen werden.

Der englische Autor David Mitchell, 2015 Gewinner der World Fantasy Awards für den Roman «Die Knochenuhren», lässt in «Slade House» in jedem Kapitel sehr unterschiedliche Leute in die Falle tappen, nicht ohne sie vorher psychologisch spannend zu zeichnen.

Die Geschichte ist sprachlich und gedanklich stark erzählt, dabei atmosphärisch sehr nahe in der Horrortradition eines Edgar Allen Poe. Aber ganz ehrlich: Richtig erschrecken tut es einen nicht, dafür kommt das Ganze doch etwas zu konstruiert und abgehoben daher. Ein Vergnügen für Fans von Fantasy und gepflegtem Grusel ist es schon. Und eine Motivation, von diesem Autor bei Gelegenheit mehr zu lesen.

David Mitchell: Slade House. Rowohlt, 237 S., ca. Fr. 30.–

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