Video

Afrika veredelt das B-Sides Festival

Das B-Sides (18.–20 Juni) auf dem Sonnenberg in Kriens bietet heimischen und internationalen Sound. Leider sind auch Corona-Szenarien nötig.

Arno Renggli
Drucken
Teilen
Die weltweit wohl bekannteste Tuareg-Band Tinariwen ist Headliner am Startabend des B-Sides.

Die weltweit wohl bekannteste Tuareg-Band Tinariwen ist Headliner am Startabend des B-Sides.

Bild: PD

Bis Juni dauert es noch und alle hoffen, dass dann keine Veranstaltungen mehr wegen des Corona-Virus abgesagt werden müssen. Aber auch beim B-Sides Festival macht man sich Gedanken, falls sich die Situation nicht bessert oder zuspitzt, wie der Medienverantwortliche Dominik Unternährer auf Anfrage sagt: «Sollte die Tausendergrenze dann noch bestehen, wäre eine Reduktion der Besucherkapazität ein Szenario. Wir liegen ja ohnehin nicht allzu viel über tausend Leute pro Abend.»

Sollte das Festival gar nicht durchgeführt werden können, gebe es Absicherungen: «Eine Open-Air-Veranstaltung kann ja auch aus anderen Gründen entfallen. Deshalb gibt es in den Verträgen mit Künstlern oder technischen und kulinarischen Lieferanten Klauseln, dass bei höherer Gewalt die Zahlungen entfallen.» Ausgaben, die bereits getätigt werden mussten, etwa für Werbung oder Vorausgebühren an Managements, erhalte man aber kaum zurück. «Doch dagegen wären wir versichert», sagt Unternährer und ergänzt: «Bei bereits erworbenen Tickets würden wir bei einer Absage des Festivals den Kaufpreis zurückerstatten».

Tuareg-Band und Handarbeit aus dem Kongo

Auch wenn das diesjährige Programm nicht ganz den gleichen Knüller hat wie letztes Jahr Kate Tempest, verspricht es viel Abwechslung und eine tolle Stimmung. Headliner am Startabend sind Tinariwen aus Mali, die weltweit wohl bekannteste Tuareg-Band, die bereits den Grammy gewonnen hat. Neben ihr bestreiten unter anderem die US-Multiinstrumentalistin Deradoorian, der Berner Rapper Tommy Vercetti und die Luzerner Band Alois den Donnerstag.

Zum Höhepunkt des zweiten Abends könnte der Auftritt von Kokoko! werden. Mit teilweise handgemachten Instrumenten bietet das kongolesische Kollektiv ungewohnte Klänge.

Weitere internationale Acts sind Lisa Morgenstern, Tropical Fuck Storm, Hallelujah!, Mavi Phoenix, ZA! und Chocolate Remix. Über diese aufmüpfige Künstlerin und andere Musikerinnen aus Argentinien zeigt B-Sides bereits eine Woche vor dem Festival im Neubad den Film «Una Banda de Chicas.»

Auch dieses Jahr kommen rund drei Viertel der B-Sides-Acts aus der Schweiz, die Hälfte davon aus der Region Luzern. So bespielt das Luzerner Kollektiv Club Dänemark das ganze Wochenende den Festivaleingang. Und den Auftakt am Freitag machen The Bowmans mit einem Showcase im Museum im Bellpark.     

Alle Infos zu allen Acts sowie auch zum Familienprogramm: www.b-sides.ch. Tickets gibt es nur via Petzi: 1-Tagespass für Fr. 55.–/ 2-Tagespass für Fr. 90./– 3-Tagespass für Fr. 130.–

B-Sides: Das Publikum feiert, wenn der Puls stimmt

Das B-Sides ist ein superfeines Festival, das hat die 14. Ausgabe einmal mehr bewiesen. Hardcore und technoider Rock feierten ein Revival, Elektronik war omnipräsent. Und es gab auch inhaltlich Anspruchsvolles zu hören.
Pirmin Bossart