Monica Gubser: Abschied von einer Herbstzeitlosen

Monica Gubser hat erst im reiferen Alter als Schauspielerin Berühmtheit erlangt. Mit ihrer Rolle im Schweizer Film "Die Herbstzeilosen" wurde sie berühmt. Nun ist sie in Solothurn 88-jährig gestorben.

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Monica Gubser (Bild: Christian Beutler/KEY (Solothurn, 16. Oktober 2016))

Monica Gubser (Bild: Christian Beutler/KEY (Solothurn, 16. Oktober 2016))

Monica Gubser ist tot: Die Schauspielerin, die Auftritte in den Kinofilmen «Die Herbstzeitlosen», «Die letzte Pointe» und in der TV-Serie «Lüthi & Blanc» hatte, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte Gubsers Sohn Camille Derron gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Noch vor einem Jahr feierte Gubser einen der Höhepunkte ihrer langjährigen Karriere: Sie wurde 2018 für ihre Darstellung in Rolf Lyssys Spielfilm «Die letzte Pointe» für einen Schweizer Filmpreis in der Kategorie beste Schauspielerin nominiert. Die Auszeichnung ging allerdings an ihre um Generationen jüngere Kollegin Luna Wedler. In «Die letzte Pointe» spielte Gubser eine alte Dame, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, weil sie sich vor einer Demenzerkrankung fürchtet, sich dann aber in einen jungen Mann verliebt.

Bekannt geworden mit  der Serie «Lüthi & Blanc»

Schweizweit bekannt wurde die Schauspielerin schon Jahre vorher durch ihre Rolle in der SRF-Serie «Lüthi & Blanc» (2002). Vier Jahre später folgte mit «Die Herbstzeitlosen» von Bettina Oberli eine Hauptrolle in einem der erfolgreichsten Schweizer ­Kinofilme überhaupt.

Eine erstaunliche Karriere, besonders wenn man bedenkt, dass Monica Gubser den Sprung von der Theaterbühne in die Filmbranche erst im hohen Alter von gegen 70 Jahren schaffte. Zuvor stand die ausgebildete Theaterschauspielerin, die in Basel aufwuchs, vor allem auf der Theaterbühne. Sie spielte am Schauspielhaus in Zürich, am Theater Basel und vor allem auch am damaligen Städtebundtheater Biel-Solothurn. Hier war sie als junge Frau vier Jahre lang beschäftigt; dann heiratete sie einen stadtbekannten Gastronomen. Sie wurde Mutter von drei Söhnen und arbeitete als Wirtin.

«In meinem Alter ist nichts mehr sicher»

Noch im vergangenen Sommer erzählte sie in einem Interview mit Blick auf die erst späte Filmkarriere: «Ich lebe im Hier und Jetzt und verschwende keine Zeit, Vergangenem nachzutrauern.» Sie freute sich sehr über den späten Filmerfolg, besonders auch darüber, dass ihre Gesundheit es zuliess, noch immer Hauptrollen zu stemmen. Dennoch sagte sie auch: «In meinem Alter ist es nicht sicher, ob ich nochmals eine Rolle spielen werde oder nicht.» Dass sie nun aber nun so bald gehen würde, hätte man von der im Sommer 2018 noch so quirligen Schauspielerin nicht gedacht.