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Abschied einer Couragierten

Aktuell In Den Kinos.

Kino Der Dokumentarfilmer Kaspar Kasics bringt mit «Das Erste und das Letzte» eine bewegende Reflexion einer mutigen Frau im Angesicht des Todes in die Kinos. Die Kindheit Jaqueline von Kaenels und ihrer drei Geschwister muss die Hölle gewesen sein. Sie könnte einem Film von David Lynch entstammen, dem Meister für Abgründe unter wohlanständiger Oberfläche. Jacqueline von Kaenel zeigt dem Regisseur Kaspar Kasics («Yes No Maybe») Familienfotos, man sieht adrette Kinder, die steif wie Puppen in die Kamera lächeln. Es waren die 1960er-Jahre im Spanien der finsteren Franco-Diktatur – und in der grossbürgerlichen Familie von Kaenel hatte die aus Ostpreussen stammende Mutter das Sagen, eine gewalttätige Psychopathin mit monströsen Zügen, der schwache Schweizer Vater hatte offensichtlich nichts zu melden.

Detailliert und eloquent schildert Jacqueline von Kaenel – die im Erwachsenenalter in Zürich als Psychologin arbeitete und Mutter zweier Söhne ist – das Inferno physischer und psychischer Gewalt, in dem sie und ihre Geschwister aufwuchsen. Nur sie überlebte es – scheinbar – unbeschadet, all ihre Geschwister sind heute IV-Rentner. «Eine Frau, ein Leben, eine Erkenntnis» lautet der Untertitel des Films, in weiten Teilen aus von Kaenels Ausführungen bestehend, und bisweilen unterbrochen von Animationen Anja Kofmels.

Die Protagonistin selber konnte den Film nicht mehr sehen – und wusste es. Als Kaspar Kasics sie kennen lernte, war sie bereits mit der Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung konfrontiert, hatte nur noch wenige Monate zu leben. So wird «Das Erste und das Letzte» zur bewegenden Reflexion einer mutigen Frau im Angesicht des Todes. Über das eigene Leben nicht erst nachdenken, wenn es zu spät ist: Dieses Fazit vermittelt sie mit seltener Eindringlichkeit.

Hinweis

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