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Von St.Galler Kultur-Advent ausgeladen: Jetzt schiesst Giuseppe Gracia gegen Veranstalter

Der St.Galler Schriftsteller und Sprecher des Churer Bistums Giuseppe Gracia wurde vom Kultur-Advent ausgeladen. Nun kritisiert er in einem offenen Brief Vereinspräsidentin und Nationalrätin Claudia Friedl.
Laura Widmer
Giuseppe Gracia, Autor und Sprecher des Bistums Chur.

Giuseppe Gracia, Autor und Sprecher des Bistums Chur.

Im St.Galler Klosterviertel findet zum sechsten Mal ein Kultur-Advent statt. Der St.Galler Autor Giuseppe Gracia hätte im Restaurant Splügen am Pic-o-Pello-Platz literarische Weihnachtsgeschichten lesen sollen – und wurde wieder ausgeladen. Nun wendet sich Giuseppe Gracia in einem offenen Brief an SP-Nationalrätin Claudia Friedl, Präsidentin des Kultur- und Kunstvereins am Pic-o-Pello-Platz St.Gallen. Er wirft ihr vor, das Auftrittsverbot ohne Absprache mit den Vereinsmitgliedern verhängt zu haben.

Claudia Friedl, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Kultur- und Kunstvereins am Pic-o-Pello-Platz St.Gallen

Claudia Friedl, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Kultur- und Kunstvereins am Pic-o-Pello-Platz St.Gallen

Friedl hatte sich gegen ein Engagement Gracias am Kultur-Advent ausgesprochen. «Wir wollen eine friedliche Stimmung mit Kultur, Glühwein und Musik, da passt der Sprecher eines Bischofs, der gegen Homosexuelle hetzt und einen erbitterten Kampf gegen Abtreibung und Verhütung führt, einfach nicht hinein», sagte sie gegenüber dem St.Galler Tagblatt.

Gracia widerspricht dieser Einstellung. «Einen ‹erbitterten Kampf› gegen Abtreibung oder Verhütung führt der Bischof von Chur nicht, wie Sie behaupten, dazu hat er zu viel Humor», schreibt er im offenen Brief.

Er selbst sei in St.Gallen wie auch in diversen Schweizer Medien als Autor und Publizist mit liberalen Positionen in Erscheinung getreten, unter anderem auch als Kolumnist beim «Blick». Natürlich könne niemand gezwungen werden, seinen weltanschaulichen Horizont offen zu halten, schreibt er im offenen Brief:

«Jeder darf die zarten Pflanzen seiner Selbstgerechtigkeit und seines moralischen Überlegenheitsgefühls hegen und pflegen, wie es ihm gefällt.»

Übel nehme er es Friedl jedoch, dass sie «seinen Freund Sam», den Wirt des «Splügen» Sam Owadja, vorgeschickt habe, «ohne dass sie namentlich genannt wurden». Wenn Friedl schon eigenmächtig seine Lesung verbiete, dann solle sie ihm wenigstens in die Augen sehen, fordert Gracia. Das letzte Wort im Kulturstreit ist wohl noch nicht gesprochen.

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