Aargauer Mundart-Serie: «Niene»

Klaus Merz
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Klaus Merz in seinem Zuhause in Unterkulm.

Klaus Merz in seinem Zuhause in Unterkulm.

Bild: Sandra Ardizzone

Vom Mundartwörterbuch zu Literatur inspiriert: Klaus Merz.

S muess jo massehaft Chüe umeha, wenn d tänksch, so viil Milch uf de Wält. Und i suffe Bier. Eigentlech gschämig. Aber schöni Zähn gha immer, erscht nochhär überall Eiter. Ratsch, alli zoge, oben und unde. Besser als Zahnweh, chasch mer’s glaube. Regina, no es Herrgöttli! – Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. – De Betrebspsycholog hett mi nume churz agluegt: Si sind chrank, Herr Schtadler, hett er gmeint. So bin i s erschtemol id Schpinnwindi cho. Dure Möbelpfischter. Jetz wohn i im Manneheim. Liechti Schizophrenie, händ si gseit. Di ganz Ziit nume uf e See abegschtieret. Zum Fänschter us. Im Chinder­heim. Dozmol scho ned chönne schlofe, niene. D Schiff gseh verbiifahre. Und zellt. Jetz han i e Vormund. Zäh Franke pro Tag gitt er mer, dä Rappeschpalter. Und scho achtmol e de Psychi gsii. Eile mit Weile. Zeichne und Mole. Aber fasch nüüt gässe. Het alles nach Röselichöhl gschtunke. E Suppe abegwörget und dä im Profässer Carrell uf Bärn ufe gschribe, öb er es Härz chönn bruche, i wöll schtärbe. De Brief isch wahrschnli nie aacho. Zum Glück, weisch, jetz läb i nämli gärn: Aber gäge falsch Befund natürli kei Chance. – Salü zäme, i muess! 

Mundartprojekt Hunziker2020

In unserer Mundartserie lassen sich Aargauer Schriftstellerinnen und Schriftsteller von Mundartbegriffen zu eigenen literarischen Mundarttexten inspirieren. Die Serie ist ein Teil des Digitalisierungsprojekts des Aargauer Wörterbuchs von Jakob Hunziker.
www.hunziker2020.ch
Sponsor Die Mundartserie wird unterstützt von der Neuen Aargauer Bank.