A-Synth lockt mit Spoerri und Kubin

Zum zweiten Mal findet kommendes Wochenende das A-Synth in St. Gallen statt. Neben Konzerten in der Grabenhalle wird auch eine Filmvorführung im Palace geboten. Auch Bruno Spoerri tritt auf, ein Pionier der elektronischen Musik.

Chris Gilb
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Der Hamburger Felix Kubin tritt am diesjährigen A-Synth auf. (Bild: pd)

Der Hamburger Felix Kubin tritt am diesjährigen A-Synth auf. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Synthesizer sind die Basis elektronischer Musik. Mit ihnen werden die Klänge verzerrt, verschoben, verfremdet und neu vermischt. Zwei Sorten von Synthesizer gibt es, digitale und analoge. Das A-Synth steht ganz im Zeichen der analogen Synthesizer. «Der Unterschied zwischen analogen und digitalen Synthesizern ist etwa der gleiche wie zwischen digitalen und analogen Kameras. Fotos mit digitalen Kameras erreichen nie dieselbe Auflösung wie direkt auf Film belichtete Aufnahmen. Bei analogen Synthesizer ist der Sound also wesentlich wärmer und organischer, weil er nicht perfekt und nie derselbe ist», sagt Sophie à Wengen.

Sie vertritt von St. Gallen aus mit ihrer Booking-Agentur Minouche-Music Elektro-Künstler und organisiert das A-Synth mit. Die Faszination an den Synthesizern sei, dass aus einem Ton ein ganzes Klanguniversum geschaffen werden könne – das sei vor allem für Solokünstler sehr praktisch. Für Liebhaber der Synthesizer-Kunst hat à Wengen nun letztes Jahr das A-Synth-Festival ins Leben gerufen.

Filmvorführung zum Start

Dieses Jahr startet das A-Synth schon am Freitag im Palace, unter anderem mit der Vorführung des Films «Industrial Soundtrack for the Urban Decay», der die Herkunft der Industrial-Musik dokumentiert. Eine der zentralen Figuren im Film ist Stephen Mallinder, der Kopf des Cabaret Voltaire, der schon 2014 mit seiner Band Wrangler am A-Synth auftrat. «Mir war es wichtig, diesen Film zu integrieren, mit dem wir auch den Bogen zum letzten A-Synth spannen», sagt Sophie à Wengen. Neben dem Film wird am Freitag auch das Projekt Driftmachine vorgestellt. «Die Künstler schliessen drei verschiedene Modular-Systeme zusammen und kombinieren damit diverse Effekte, was sicher sehr spannend wird – wie ein Synthesizer aus dem Baukasten», sagt à Wengen. Dieses Projekt feiert am A-Synth Premiere.

Synthesizer ausprobieren

Samstagabend in der Grabenhalle treten dann sechs verschiedene Künstler auf. Den Anfang macht einer, der in letzter Zeit medial omnipräsent war: Bruno Spoerri, der Basler Jazzmusiker und Pionier der elektronischen Musik in der Schweiz. Weil der Hip-Hop-Star Jay-Z sich für seinen Song «Versus» einfach bei Spoerris Stück «On the Way» bediente, muss er Spoerri jetzt, nach einem längerem Urheberrechtsstreit, die Hälfte der Einnahmen aus dem Lied abtreten. Am A-Synth wird Spoerri bei seinem Auftritt demonstrieren, wie sich der Ton im Laufe der Jahre verändert hat. «Ich kam zwar auch durch den Urheberrechtsstreit auf die Idee, Spoerri einzuladen», sagt à Wengen, «ausschlaggebend für sein Engagement ist aber, dass er ein Vorreiter der elektronischen Musik in der Schweiz ist.»

Wer am Samstagabend dann noch nicht weiss, wie ein Synthesizer überhaupt funktioniert und was sich alles damit produzieren lässt, kann während der Konzerte in der Grabenhalle Synthesizer dreier Marken ausprobieren. «Fachspezialisten stellen unterschiedliche Typen vor, über Kopfhörer können sie dann getestet werden.» Auch Felix Kubin konnte à Wengen fürs Festival buchen. «Schon letztes Jahr wollte ich Kubin dabeihaben, was leider nicht geklappt hat. Er ist einer der gefragtesten Künstler in diesem Bereich.» In seiner Show vermische Kubin spektakulär Töne, Filme und andere Effekte zu einem einmaligen Gesamterlebnis.