Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

A CAPPELLA «: Bevor der Gesang verstummt

Stimmen in Beizen» heisst es heute in Rorschach nach 14 Jahren letztmals. Das A-cappella- Festival mit Formationen aus Europa wird Geschichte. Zumindest für den Moment.
Das Zürcher A-cappella-Quartett Dezibelles am Rorschacher Festival. (Bild: Corina Tobler)

Das Zürcher A-cappella-Quartett Dezibelles am Rorschacher Festival. (Bild: Corina Tobler)

Ein lange gehegter Wunsch der Organisatoren erfüllte sich noch: Nobuntu aus Zimbabwe sangen vergangenen Samstag in Rorschach. Mit Stimmen aus Irland, Italien, Tschechien und der Schweiz heute Abend in sechs Restaurants und morgen Sonntag in der Pfarrkirche St. Kolumban geht das Festival 2017 zu Ende und damit auch die Reihe solcher Auftritte über 14 Jahre.

Am Anfang stand die musi­kalische Familie Müller im Rorschacher Neuquartier. Sie steckte mit ihrer Freude an Gesang auf hohem Niveau Freunde und Bekannte an. Das wuchs zum A-cappella-Chor «Chorschach 9400». Die musikalische Leitung übernahm Paul Müller und später Lotti Müller. Dieser besondere Chor – auf der Bühne stets ohne Dirigent – trat ab 1999 in der Ostschweiz auf, beteiligte sich bis ins Ausland an Festivals von Formationen, die ohne Instrumente auskommen, und lud solche Ensembles zu Treffen in Rorschach ein. Daraus wurde 2004 das erste öffentliche A-cappella-Festival.

Mainstreet aus Wien traten auf grossen Bühnen auf und in Radio und Fernsehen. Zum ersten Festival von Chorschach kamen die Profis nach Rorschach. Die Organisatoren unter Leitung von Silvan Lüchinger, stellvertretender Chefredaktor des Tagblatts, wagten sich gleich mit Ensembles aus dem ganzen deutschsprachigen Raum an ein grosses Programm: Galakonzert am Freitagabend im Stadtsaal, Auftritte der Formationen in mehreren Restaurants am Samstagabend, Kirchenkonzert am Sonntag. Tausend statt erwartete fünfhundert Besucher setzten das Zeichen, jährlich ein solches Festival durchzuführen.

Von Freiwilligen ermöglichtes Kulturangebot

Es wuchs auf mehr Restaurants und zwei Wochenenden. Auch geografisch zog es Kreise, bei Ensembles vom Balkan und von Weissrussland bis nach Skandinavien oder Irland, bei Besuchern in den internationalen Bodenseeraum. Sänger und Zuhörer unmittelbar beieinander wie am Ursprung von a cappella in amerikanischen Barbershops, Kombination von Gesang mit Comedy- und Showelementen: Das begeisterte Ensembles und Publikum gleichermassen. Das Galakonzert liessen die Organisatoren wegen abnehmenden Interesses zuletzt weg. Und mit dem Festival 2017 endet nun das Ganze. «A Cappella Rorschach» lebte dank der eigenen Formation Chorschach, die aber vor fünf Jahren aufhörte, vom Beziehungsnetz dieses Chors und von den treuen Freiwilligen, die es während 14 Jahren organisierten und nun kürzer treten. Deshalb gibt es wie beim Chor auch beim Festival keine Nachfolger.

Oder nur nicht direkt. Denn in der Agglomeration Rorschach gibt es oft Initiativen für Kultur. Hier, nahe bei subventionierten Leuchttürmen in St. Gallen, entwickelte sich eine besondere Form: Nicht subventionierte Angebote, die Freiwillige auf die Beine stellen und über Jahre durchziehen, was auch starke Unterstützung durch Sponsoren aus dem Gewerbe ermöglicht. Wie von junger Kultur über Jazzfestival oder Kleinbühne bis zu klassischer Musik oder Sandskulpturen ist hier auch wieder etwas mit «A Cappella» denkbar.

Fritz Bichsel

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Heute Sa; Reservation direkt bei den beteiligten Restaurants: acappella-rorschach.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.