35 Jahre auf der Bühne und kein bisschen müde: The Young Gods kehren nach sieben Jahren nach St.Gallen zurück

Die neue Saison in der Grabenhalle beginnt mit einem Höhepunkt: Die Fribourger Rocklegenden sind wieder da.

David Gadze
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35 Bühnenjahre hat das Fribourger Trio auf dem Buckel.

35 Bühnenjahre hat das Fribourger Trio auf dem Buckel.

Bild: PD

Spricht man über Schweizer Rockmusik, kommt man an ihnen nicht vorbei: The Young Gods. Ihr Début von 1985 ist zweifellos eine der wichtigsten Platten der Schweizer Musikgeschichte, ihr Einfluss immens. Mit ihrem donnernden, sperrigen und Genregrenzen sprengenden Post-Industrial, in dem sie richtige Gitarren durch Samples ersetzten, hat die Fribourger Gruppe die Rockmusik neu definiert und zahlreiche Musiker geprägt.

Trent Reznor (Nine Inch Nails), Mike Patton (Faith No More) oder Maynard James Keenan (Tool), aber auch David Bowie und The Chemical Brothers haben sie als Referenz für ihr eigenes Schaffen angegeben. Nun kommen The Young Gods für ein Konzert nach St.Gallen in die Grabenhalle zurück. Endlich, muss man sagen – und hoffen, dass es noch lange nicht ihr letztes gewesen sein wird.

Messerschafte Gitarrensamples als Markenzeichen

The Young Gods haben ihre Musik immer wieder erneuert.

The Young Gods haben ihre Musik immer wieder erneuert.

PD

Fast sieben Jahre ist es her, seit The Young Gods letztmals in St.Gallen gastierten und mit einem grandiosen Konzert die Lokremise erschütterten. Damals schon (oder wieder) dabei: Gründungsmitglied Cesare Pizzi, der auf den ersten beiden Platten «The Young Gods» und «L’eau rouge» für die Samples zuständig war, ehe er die Gruppe Ende der 1980er-Jahre verliess.

2012 löste Pizzi seinen Nachfolger Alain «Al Comet» Monod wieder ab. Keine leichte Aufgabe, hatte Monod in all den Jahren den Sound der Young Gods zusammen mit Sänger Franz Treichler entscheidend geprägt und die messerscharfen, dick aufeinandergeschichteten Gitarrensamples zum Markenzeichen der Band gemacht.

Seither war es lange ruhig um die Band. Anfang 2019 kehrte sie mit ihrem neuen Album «Data Mirage Tangram» zurück, dem ersten seit «Everybody Knows» von 2010.

Musik als Verjüngungskur

35 Jahre haben The Young Gods inzwischen auf dem Buckel. Und doch gibt es keine andere Schweizer Band, die sich das Prädikat «jung» gleichermassen verdient hätte. Denn The Young Gods sind nie stehen geblieben, sie haben ihre Musik immer wieder erneuert, ja neu erfunden.

Mal legten sie den Schwerpunkt auf Ambient und Prog Rock, mal auf Techno, dann wieder auf Rock. Auf «Data Mirage Tangram» klingen die «jungen Götter» im besten Sinne verjüngt. Vieles darauf ist aus der Improvisation entstanden, die Platte klingt geradezu sphärisch. Und auch wenn die Gitarren nur noch selten donnern, hat das Trio nichts von seiner Kreativität und Kraft eingebüsst.

Neue Saison in der Grabenhalle St.Gallen

Konzerte ab September

Nach langer Pause startet die Grabenhalle am 2. September in die neue Saison. Ein Blick in die Agenda zeigt: Die beliebte Hallenbeiz findet wieder statt, auch die Lesereihe Dichtungsring geht weiter. Neben den Young Gods treten die St. Galler Band Yes I’m Very Tired Now (11.9.) und die Winterthurer Balkantruppe Sebass (12.9.) auf. Und am 26. September gehört die Bühne dem Poetry Slam. (rbe)

The Young Gods unterstreichen damit einmal mehr, dass sie es verdienen, angebetet zu werden. Und wer um die durchdringende Wucht ihrer Konzerte weiss, kommt nicht umhin, sich ihr in der Grabenhalle, wo sie 2011 einen denkwürdigen Auftritt hinlegten, auszusetzen.

The Young Gods live: Freitag, 4.September, 21Uhr, Grabenhalle St.Gallen

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