30'000 Leute, 2 Beinbrüche

Nächtliche Randalierereien und einzelne Verletzungen taten der Stimmung am ausverkauften OpenAir St. Gallen keinen Abbruch. Der Headliner für 2012 steht bereits fest: Die Toten Hosen.

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Wasserpistolen und Seifenblasen waren ausverkauft. Auch Würste, Pommes Chips und Stühle fanden reissenden Absatz im Verkaufsbus der Migros. Klare Indizien für ein gelungenes OpenAir. Im Sittertobel feierten die Besucher ausgelassen ein gigantisches Grillfest.

Die Veranstalter haben allen Grund, zufrieden zu sein. Das 35. OpenAir war laut Festivalchef Christof Huber ausverkauft, mit 105 000 Eintritten: 15 000 am Donnerstag, dann dreimal 30 000. Die Bands seien beim Publikum gut angekommen, und es habe auf dem Gelände keine grösseren Probleme und «nicht übermässig viele Diebstähle» gegeben. Einzig eine kleine Gruppe habe in der Nacht randaliert. «Ein Dutzend Personen zerstörten Zelte und lärmten», sagte Mediensprecherin Sabine Bianchi. Die Unruhestifter wurden vom Gelände gewiesen und teilweise angezeigt.

Einmalige Stimmung

Die meisten Besucher bewahrten indes einen kühlen Kopf. Nicht zuletzt wohl wegen der kalten Temperaturen in der Nacht. Wetterbedingt waren die Verletzungen der Besucher gewesen, wie Patrik Manser vom Erste-Hilfe-Stand sagte: «Wir versorgten am Donnerstag und am Freitag Platzwunden und zwei Beinbrüche, weil Leute im Schlamm ausgerutscht waren.» Samstag und Sonntag sei es ruhiger gewesen als auch schon. Manser spricht aus Erfahrung: Der Pfleger war zum 22. Mal im Sittertobel. Ihm gefallen die medizinische Arbeit am Festival und die «einmalige Stimmung».

Manser und die weiteren hundert freiwilligen medizinischen Betreuer kümmerten sich um vielseitige Verletzungen: Brüche, Verbrennungen, übermässiger Alkoholkonsum, ein epileptischer Anfall und allerlei kleine Verletzungen. Fünf Personen mussten ins Spital gebracht werden.

Die Toten Hosen verpflichtet

Voller Freude meldete Christof Huber gestern den Headliner für 2012: «Endlich, endlich haben Die Toten Hosen zugesagt.» Die deutschen Punkrocker kommen erstmals und exklusiv. Der Vorverkauf startet heute. Von wegen Verkauf: Es warten im städtischen Fundbüro kistenweise Portemonnaies, die beim Tanzen – oder sonstigen Vergnügungen – aus den Hosentaschen fielen. Jeanette Herzog

www.tagblatt.ch/festivals

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