30 Minuten Südamerika

Nur wenige Sekunden dauert es, und Nina Dimitri ist mittendrin in der Musik Boliviens. Ihr St. Galler Auftritt setzte einen warmen, farbigen Schlusspunkt unter die Staffel der aktuellen Mittwoch-Mittag-Konzerte in St. Laurenzen. Nina Dimitris Stimme füllt den Kirchenraum mühelos.

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St. Gallen - Auftritt der Sängerin Nina Dimitri in der Reihe Mittwoch-Mittag-Konzert in St. Laurenzen, SG; Konzertbeginn 12.15 Uhr Sujet: Die Sängerin während des Konzerts (Bild: Jonny Schai)

St. Gallen - Auftritt der Sängerin Nina Dimitri in der Reihe Mittwoch-Mittag-Konzert in St. Laurenzen, SG; Konzertbeginn 12.15 Uhr Sujet: Die Sängerin während des Konzerts (Bild: Jonny Schai)

Nur wenige Sekunden dauert es, und Nina Dimitri ist mittendrin in der Musik Boliviens. Ihr St. Galler Auftritt setzte einen warmen, farbigen Schlusspunkt unter die Staffel der aktuellen Mittwoch-Mittag-Konzerte in St. Laurenzen. Nina Dimitris Stimme füllt den Kirchenraum mühelos. Sie singt so virtuos wie natürlich, kraftvoll und fast ungezwungen, voller Lebensfreude, aber auch Melancholie. Ja manchmal schleicht sich fast ein Stück Zorn ein in diese Liebeslieder aus diesem Andenstaat, einem der ärmsten Länder der Welt. Mit fünf Jahren hat Nina Dimitri im Theater ihres Vaters erstmals bolivianische Musik gehört. Dimitri hatte ihr damals ein Charango geschenkt. Die Liebe zu diesem Instrument hat bis heute gehalten. Mühelos und rasant beherrscht sie es, wie auch die Gitarre. Mit neunzehn ging Nina Dimitri nach Bolivien. Wenn sie die Lieder von dort singt, ist das nicht bloss Ethno-Kopie, sondern tief empfundenes Eintauchen in eine Kultur, die ein grosses Stück die eigene geworden zu sein scheint. Selbstverständlich kommen die grossen Emotionen rüber – Nina Dimitri singt packend, voll Leidenschaft, aber auch Zartheit - eine Ode an ihre Seelenheimat. Martin Preisser