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Interview

30 Jahr-Jubiläum: «Die Ausserrhodische Kulturstiftung wurde auf die grüne Wiese gestellt»

Warum bei der Förderung von Kulturschaffenden nicht nur das Geld entscheidend ist und die Kulturstiftung bis heute nicht überflüssig ist. Präsidentin Barbara Auer gibt Auskunft.
Christina Genova
Barbara Auer präsidiert die Ausserrhodische Kulturstiftung seit 2011. (Bild: PD)

Barbara Auer präsidiert die Ausserrhodische Kulturstiftung seit 2011. (Bild: PD)

Die Ausserrhodische Kulturstiftung feiert ihren 30. Geburtstag. Seit 2011 ist die Herisauerin Barbara Auer ehrenamtliche Stiftungsratspräsidentin. Die Psychologin wollte einst Schauspielerin werden und hat bis heute eine grosse Liebe fürs Theater. Sie leitet eine Institution für psychisch kranke Erwachsene.

Welche bleibenden Spuren hat die Ausserrhodische Kulturstiftung in den letzten 30 Jahren hinterlassen?

Barbara Auer: Als die Stiftung 1989 gegründet wurde, wurde sie auf die grüne Wiese gestellt. Es gab nichts im Kanton, weder ein Amt für Kultur noch ein Kulturförderungsgesetz. Heute sind wir als Förderinstitution eta­bliert. Über all die Jahre haben wir über 200 Kulturschaffende mit Werkbeiträgen unterstützt. Nicht nur das Geld ist dabei entscheidend, sondern auch die Aufmerksamkeit, die ihnen dadurch zuteil wird.

Seit 2013 vergibt die Kulturstiftung auch Atelier­aufenthalte.

Anders als andere Fördergremien schreiben wir den Kunstschaffenden den Ort ihres Aufenthalts nicht vor. Soweit ich weiss, sind wir die einzigen in der Schweiz mit diesem Konzept.

Seit 2008 gibt es im Kanton Appenzell Ausserrhoden ein Amt für Kultur. Ist dadurch die Kulturstiftung nicht überflüssig geworden?

Wir haben eine klare Aufgabenteilung: Wir fördern Personen, das Amt für Kultur Projekte. Das hat sich bewährt, wir fahren gut damit. Ich schätze unsere Unabhängigkeit als private Stiftung. Würde man uns an das Amt für Kultur angliedern, träte ich sofort zurück.

Für einen Werkbeitrag kann sich bewerben, wer im Kanton wohnt, das Bürgerrecht besitzt oder einen besonderen Bezug hat. Sind das nicht sehr weit gefasste Kriterien?

Ein Kantonsbezug bedeutet zwingend, im Kanton präsent zu sein. Wir haben keine Ausbildungsstätten für Kunst, Musik und Theater. Die Leute müssen weggehen, kommen aber zurück: Wer ein Atelierstipendium erhält, ist dazu verpflichtet, eine Arbeit vor Ort zu zeigen.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf die 30 Jahre Kulturstiftung zurückschauen?

Darauf, dass es uns noch immer gibt, auf die vielen Künstlerinnen und Künstler, die wir ans Licht gebracht haben und unsere grossartigen Projekte. Bei «A discrétion» zum Beispiel zeigten wir 2016 gemeinsam mit der Innerrhoder Kunststiftung in 26 Gasthäusern Kunstwerke. Auch die Kulturlandsgemeinde ist ein Kind der Kulturstiftung.

Wo bestehen Schwierig­keiten, wo Entwicklungs­bedarf?

Eine Herausforderung ist die Balance zwischen den Sparten. Am meisten Eingaben bekommen wir von bildenden Künstlern. Es scheint einfach am meisten davon zu geben.

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