17 Monate harte Arbeit für Bach

Schon 2011 begeisterte sie mit ihrem Spiel das St. Galler Publikum: Jetzt tritt die kanadische Pianistin Angela Hewitt, eine ausgewiesene Bach-Spezialistin, wieder mit Bach in St. Laurenzen auf und spielt dessen faszinierende «Kunst der Fuge».

Martin Preisser
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Die kanadische Starpianistin Angela Hewitt konzertiert in der Kirche St. Laurenzen und posiert vor der Kathedrale (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die kanadische Starpianistin Angela Hewitt konzertiert in der Kirche St. Laurenzen und posiert vor der Kathedrale (Archivbild: Hanspeter Schiess)

17 CDs hat Angela Hewitt, schon als junge Pianistin weltweit für ihr Bach-Spiel berühmt, bereits mit dem Gesamtwerk des Barockmeisters bespielt. Jetzt hat sie die «Kunst der Fuge» eingespielt. Die neueste Aufnahme ist seit ein paar Tagen im Kasten - nach drei anstrengenden Tagen in Berlin, um so faszinierende wie komplexe Musik auf Tonträger zu bannen.

Schon vielfach live gespielt

«Es ist sicher eine meiner wichtigsten Aufnahmen», sagt die kanadische Pianistin. Ihre Darstellung von Bachs «Kunst der Fuge» sei 17 Monate harte Arbeit gewesen. An vielen Orten hat Hewitt, die eine sympathisch offene und persönliche Homepage pflegt (www.angelahewitt.com), das Werk auch live dem Publikum vorgestellt, unter anderem am von ihr gegründeten Kammermusikfestival am Trasimenischen See.

Angela Hewitt ist in St. Gallen keine Unbekannte. Vor zwei Jahren begeisterte sie in St. Laurenzen mit einem denkwürdigen Rezital mit Werken von Schubert, Ravel und einer Französischen Suite von Bach. Lange hat sie sich Zeit gelassen, sich auch an Bachs «Kunst der Fuge» zu wagen.

Die Darstellung des Werks, das 14 Fugen und vier Kanons umfasst, verlangt enorme geistige wie pianistische Präsenz. Bach spielt an einem eher wenig eingängigen Thema seine umfassende Kunst der Kontrapunktik und Polyphonie durch. Alban Berg schrieb 1928: «Gestern Kunst der Fuge gehört. Herrlich! Ein Werk, das bisher für Mathematik gehalten wurde. Tiefste Musik!»

Grosse Erfahrung

Vor Angela Hewitt haben sich auch andere Meisterpianisten an dieses Opus magnum von Bach gewagt, darunter Namen wie Grigory Sokolov, Zoltán Kocsis oder Pierre-Laurent Aimard. Das St. Galler Publikum darf sich morgen auf ein Rezital freuen, bei dem die grosse und langjährige Erfahrung der Bach-Spielerin Angela Hewitt auch die «Kunst der Fuge» beflügeln wird.

Morgen Fr, St. Laurenzen, 19.30 Uhr (Eintritt frei, Kollekte); 18.30 Uhr: Einführung mit Angela Hewitt

Die kanadische Starpianistin Angela Hewitt. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Die kanadische Starpianistin Angela Hewitt. (Archivbild: Hanspeter Schiess)