Zwei weitere Journalisten frei

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Istanbul Zwei führende Journalisten der regierungskritischen türkischen Zeitung «Cumhuriyet» sind nach mehr als 400 Tagen in Untersuchungshaft überraschend freigelassen worden. Chefredakteur Murat Sabuncu und der Investigativjournalist Ahmet Sik konnten nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss in der Nacht auf gestern das Gefängnis in Silivri bei Istanbul verlassen, wie «Cumhuriyet» berichtete.

Sik übte kurz darauf scharfe Kritik an der Regierung in Ankara. «Ich garantiere, dass dieses Mafia-Sultanat enden wird», sagte er in einem Video, das «Cumhuriyet» ins Netz stellte. Dem Gericht in Silivri zufolge dürfen beide das Land nicht verlassen und müssen sich jeden Sonntag bei der Polizei melden.

Gegen Sik, Sabuncu und 16 andere «Cumhuriyet»-Mitarbeiter läuft derzeit ein Prozess wegen des Verdachts der Unterstützung verschiedener Terrororganisationen. Das Verfahren wird international als politisch motiviert kritisiert, es soll am 16. März fortgesetzt werden.

Bei den Terrorvorwürfen gegen die 18 «Cumhuriyet»-Mitarbeiter geht es um Unterstützung der Gülen-Bewegung, der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder der linksextremen DHKP-C. (sda)