Terror in Christchurch
Zwei Dorfpolizisten stoppten Attentäter Brenton Tarrant: «Ohne sie hätte er noch mehr Menschen getötet»

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern hat den Mut zweier Polizisten gelobt. Sie hatten den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen.

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Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland sein. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.

Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland sein. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.

AP

Ohne ihr Eingreifen hätte der Mann wahrscheinlich noch mehr Menschen getötet als die 49 Besucher zweier Moscheen, sagte Ardern am Samstag vor Journalisten.

"Der Täter war bereits unterwegs, in seinem Auto wurden zwei weitere Waffen entdeckt, und er hatte eindeutig die Absicht, seinen Angriff fortzusetzen".

Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.
37 Bilder
Der Australier Brenton Tarrant (28) ist ein Todesschütze beim Attentat von Christchurch/Neuseeland. Der Rechtsextreme hat sich bei den Taten selbst gefilmt und dies im Video live gestreamt.
Trauernde vor einem Spital in Christchurch.
Eine Frau, die beim Attentat ihren Ehemann verlor, ist fassungslos.
Blumenmeer von Trauernden in Christchurch.
Diese Nachricht wurde vor dem Spital in Christchurch niedergelegt.
«Das ist nicht Neuseeland»: Vor der Al Noor Masjid Moschee in Christchurch haben Trauernde Blumen zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.
Nach Augenzeugenberichten hatte ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt um sich geschossen, wo sich Hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten.
Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.
Am Tag nach dem Attentat ist Tarrant vor Gericht erschienen.
Blumenmeer für die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Menschen trauern um die Opfer.
Forensiker vor der Al Noor Masjid-Moschee in Christchurch.
Vorbild für Brenton Tarrant: Der norwegische Massenörder Anders Breivik.
Ebenso Vorbild für Brenton Tarrant: Radovan Karadzic, serbischer Kriegsverbrecher.
Die Masjid Al Noor Mosque-Moschee in Christchurch.
Sicherheitskräfte riegelten nach der Tat die komplette Innenstadt von Christchurch ab,
Neuseeländische Medien berichteten von Dutzenden Toten und Verletzten: Um 9.30 Uhr lag die Zahl der Todesopfer bei 49.
Rechter Terror in Neuseeland: Ein Mann weint, als er die Schreckensnachricht am Telefon erzählt.
Die Sicherheitskräfte gaben bekannt, dass vier Verdächtige festgenommen worden seien.
Es handele sich um drei Männer und eine Frau.
Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von einem der Täter stammen.
Dies ist ein weiterer Screenshot aus dem Video.
Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Die sozialdemokratische Politikerin sprach von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes.
Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigt, dass einer der Täter ein Australier ist. Der Angriff sei von einem "extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen" verübt worden, sagte Morrison er.
Zeugen eines Anschlags werden von der Polizei eskortiert.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.
Rechter Terror in Neuseeland.

Einen Tag nach den Terroranschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der 28-jährige Australier Brenton Tarrant am Samstag offiziell des Mordes beschuldigt worden.

KEYSTONE/EPA SNPA POOL/MARTIN HUNTER / POOL

Elf lebensgefährlich Verletzte

Der rechtsextreme Australier hatte am Freitag bei Angriffen auf zwei Moscheen von Christchurch 49 Menschen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt, von denen elf laut Ardern am Samstag weiter in lebensbedrohlichem Zustand waren. Nach dem letzten Angriff auf eine Vorort-Moschee war der Attentäter in einem Wagen unterwegs, als er von zwei Polizisten gestoppt wurde.

Auf einem unscharfen Video, das offenbar aus einem vorbeifahrenden Auto aufgenommen wurde, war das helle Fahrzeug des Angreifers am Rand einer befahrenen Strasse zu sehen. Es war von einem Polizeiwagen gegen einen Bordstein gerammt worden, eines seiner Vorderräder ragte in die Luft. Zwei Polizisten hatten ihre Waffen auf die offene Beifahrertür gerichtet. Später war zu sehen, wie sie eine schwarzgekleidete Gestalt von dem Fahrzeug wegschleppten.

Nach ihren Informationen handle es sich um zwei einfache Dorfpolizisten aus der nahegelegenen Ortschaft Lincoln, sagte Premierministerin Ardern. Neuseelands Polizeichef Mike Bush sagte, er sei "ausserordentlich stolz" auf das Eingreifen der beiden Beamten.

Einreise verweigert

In Australien verweigerten die Behörden nach dem Anschlag in Christchurch dem ultrarechten Blogger Milo Yiannopoulos die Einreise. Die Kommentare des für seine Provokationen berüchtigten 34-jährigen Briten und ehemaligen "Breitbart"-Redakteurs seien entsetzlich und schürten Hass und Spaltung, erklärte Innenminister David Coleman. Deshalb erhalte er kein Visum.

In einem Facebook-Kommentar zu den blutigen Moschee-Angriffen hatte Yiannopoulos erklärt, derartige Massaker geschähen, weil die Regierungen "barbarische, fremde Religionen" verhätschelten.

Australischen Medienberichten zufolge hatte Premierminister Scott Morrisson schon vorher entschieden, Yiannopoulos nicht ins Land zu lassen, seine Haltung aber nach heftigen Protesten ultrakonservativer Vertreter seiner Liberalen Partei wieder geändert.

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