Zuckerberg streut Asche aufs Haupt

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Facebook-Skandal Facebook-Konzernchef Mark Zuckerberg hat sich gestern im amerikanischen Parlament für die Versäumnisse seiner Firma entschuldigt. Facebook habe einen «grossen Fehler» begangen, weil das Internetunternehmen gewisse Aspekte viel zu lange vernach­lässigt habe, sagte der 33-Jährige. Zuckerberg meinte damit den Datenschutz, die Verbreitung von gezielt gestreuten falschen Nachrichten (Fake News) und Hassmeldungen.

Zuckerberg versprach den versammelten Volksvertretern, Facebook werde sich bessern. Das von ihm 2004 ins Leben gerufene Unternehmen trage nicht nur die Verantwortung für die Entwicklung neuer Anwendungen, sagte Zuckerberg. «Wir müssen auch sicherstellen, dass diese Anwendungen nur für gute Zwecke eingesetzt werden.» Facebook müsse künftig offensiver gegen Missbräuche vorgehen.

Zuckerberg gab weiter bekannt, dass Facebook «Zehntausende von unechten Nutzerkonten» gelöscht habe, über die staatliche Kreise – zum Beispiel in Russland – versucht hätten, den politischen Prozess in demokratischen Staaten zu beeinflussen. Er sei zuversichtlich, dass sich eine Desinformationskampagne, wie sie im Jahr 2016 in den USA beobachtet wurde, nicht wiederholen werde, sagte er.

Die Anhörung war zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch im Gange. Zuckerberg – dunkler Anzug, weisses Hemd und blaue Krawatte – machte eine gute Figur. Die Börsenanalysten jedenfalls schienen mit dem Multimilliardär im Scheinwerferlicht zufrieden zu sein. Der Kurs der Facebook-Aktie legte nach Beginn der Anhörung stark zu. (rrw)