Brasilien

Zahl der Opfer bei Unwettern in Brasilien steigt auf über 500

Bei einer der grössten Unwetter-Katastrophen in der Geschichte des Landes sind im bergigen Hinterland von Rio de Janeiro mindestens 511 Menschen gestorben. Nahezu stündlich meldeten die Behörden aus dem Krisengebiet der Serrana-Region höhere Opferzahlen.

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Hand in Hand betrachten zwei Anwohner die Zerstörung in Teresopolis

Hand in Hand betrachten zwei Anwohner die Zerstörung in Teresopolis

Keystone

Allein im Ort Nova Friburgo stieg die Zahl der Todesopfer bis Freitagmittag auf 225. In der nördlich von Rio gelegenen Stadt Teresópolis starben 223 Menschen. Viele Opfer waren im Schlaf von Schlammlawinen überrascht worden. Nach Medienangaben wurden noch hunderte Menschen vermisst. Es wurde daher erwartet, dass die Zahl der Toten noch steigen wird.

Hunderte Rettungskräfte waren mit Suchhunden im Einsatz. Das Militär schickte zwei Helikopter zur Unterstützung. Die Chance, noch Überlebende zu finden, sank stündlich. Anhaltende Regenfälle erschwerten die Bergungsarbeiten. "Die Erde ist nach dem vielen Regen völlig aufgeweicht, und es besteht das Risiko neuer Erdrutsche", sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Nova Friburgo musste die Suche nach Überlebenden wegen der Gefahr neuer Erdrutsche zeitweise unterbrochen werden. Die Helfer konnten nicht in entlegene Orte vordringen, weil viele Verkehrsstrassen durch die Unwetter zerstört worden sind.

Mehr als 10'000 Menschen waren in Feldlazaretten untergebracht, die von der Armee und der Marine errichtet worden waren. Rund 750 Menschen hätten in einer Sporthalle im Zentrum von Teresópolis Zuflucht gefunden, sagte die Ärztin Conceicao Salomao.

Es bestehe Seuchengefahr, vor allem ein Ausbruch der Infektionskrankheit Leptospirose werde befürchtet. "Die Spitäler hier sind vollkommen überfüllt", sagte Salomao.

Im Katastrophengebiet bot sich ein Bild der Zerstörung. Zahllose Autos und Lastwagen wurden durch die Gewalt der Schlamm- und Gerölllawinen fortgespült, landeten auf Bäumen oder auf Hausdächern.

In den besonderes betroffenen Städten gab es auch am Freitag zum Teil keinen Strom. Trinkwasser und Lebensmittel wurden knapp. Helfer sprachen von chaotischen Zuständen.