Witwe soll ausreisen dürfen

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China Die Regierung in Peking steht wegen ihrer Weigerung, den Bürgerrechtler Liu Xiaobo zur Krebsbehandlung ausreisen zu lassen, massiv in der Kritik. Nach seinem Tod am Donnerstag fordern führende Politiker nun China auf, wenigstens seine Frau Liu Xia nicht weiter im Land festzuhalten. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk appellierten an die Regierung in Peking, keine Auflagen für das Begräbnis zu machen und die Familie in Ruhe trauern zu lassen. Auch sollten die Witwe und deren Bruder die Erlaubnis erhalten, China zu verlassen, erklärten Tusk und Juncker. US-Aussenminister Rex Tillerson nannte Liu Xiaobo einen Vorkämpfer für Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit in China, dessen Witwe nun aus dem Hausarrest entlassen werden müsse.

Peking verbietet sich Kritik

China reagierte darauf mit einem formalen Protest. Dieser sei bei den Vereinten Nationen, den USA, in Deutschland und Frankreich deponiert worden, sagte der Sprecher des chinesischen Aus­senministeriums Geng Shuang gestern. Staaten, die nun Kritik übten, sollten Chinas «Justiz und Souveränität respektieren». Der Umgang mit dem Fall von Liu Xiaobo gehöre zu Chinas «inneren Angelegenheiten».

Der Friedensnobelpreis sei jenen vorbehalten, die sich für Einigkeit und Frieden in der Welt einsetzen. «Liu Xiaobo war aber ein Verbrecher», sagte der Sprecher auf die Frage, wann Lius Witwe den Preis für ihren Mann empfangen dürfe. (sda)